Aaron ist da !!

Seit 25. Juli 9:49h ist Aaron in unser Leben getreten: Willkommen, bienvenue, welcome - glücklich zu sehen, nous sommes enchantees, happy to see you - bleibe, reste, stay...

51cm lang, gute 3kg schwer und guuut entwickelte Lungen. Mutter und Kind sind wohlauf. Der Vater und Annika natürlich auch...

Allen, die uns gratuliert haben, schonmal vorab ein herzliches Danke, wir freuen uns, daß Ihr Euch mit uns über unseren kleinen Sonnenschein freut.


Dann geh doch zu...

Gestern, 18:15, Netto in Bonn Friesdorf, rotes Preisschild an der Tiefkühlteke: Mischfrüchte 2 Beutel 4 Euro. Überraschung an der Kasse: 2 Beutel kosten 4.98 Euro. Das Angebot gälte erst ab Donnerstag. Bitte?? Warum stecken am Montag (!) Preisschilder, die erst ab Donnerstag gelten? Die herbeigerufene Schichtleitung zuckt die Schultern: Gilt erst ab Donnerstag...

Schade, ich hatte leider einen Termin, sonst hätte ich jetzt ein Fäßchen aufgemacht: Hinter mir staute sich der Feierabendverkehr, bis der Marktleiter da ist hätts vermutlich gedauert. So lasse ich beide Beutel an Kasse und ziehe reichlich verärgert davon.
Netto: DANN GEH DOCH ZU Aldi, ist gleich gegenüber...

PS: Heute abend hab ich Zeit...

Ach nee...

Ich sitz in der Bahn. Auf der anderen Gangseite ein Typ am Tisch, Laptop, Schlips usw. - Laptoptasche und Händi auf dem gegenüberliegenden Sitz, er belegt einfach mal 4 Plätze im Zug. Als sich eine Dame dazusetzen will, wird er ausfällig. Kein Migrationshintergrund.

Draussen raucht einer auf dem Bahnsteig, aber nicht da wo er soll, schnippt die Kippe aufs Gleis. Wenig später sitzt er auch im Zug, die Schuhe auf dem Sitz, die leere Bierflasche rollt durch den Waggon, das Smartphone plärrt Volksmusik. Kein Migrationshintergrund.

Der Schaffner ist dunkler Hautfarbe, er spricht Akzent, offenbar noch nicht allzulange in Deutschland. Von einem genervten Fahrgast wird er angepampt, unverschämt. Kein Migrationshintergrund.

Die Dame vom Nebenhaus, Typ getönte Dauerwelle, führt jeden Abend ihren Fifi durch den kleinen Stadtpark, wo er munter auf die Liegewiese kackt. Kein Migrationshintergrund.

Autobahn, Baustelle, 80 km/h. Ich fahr schon 100, werde vorzugsweise von teuren Autos überholt. Vor mir leert sich die Strasse, hinter mir staut sich der Verkehr, einer steigt mir fast in den Kofferraum. Kein Migrationshintergrund.

"Putzstelle gesucht!" steht auf dem Papierchen, das bei meinem Kaufmann aushängt. Oh Wunder, eine waschechte Deutsche stellt sich vor. Sie habe aber bereits einen 450€-Job...

Der Fliesenleger überreicht mir den Kostenvoranschlag mit den Worten: "Bar natürlich 15% Rabatt." Kein Migrationshintergrund.

Links abbiegen verboten, ich steh an der Bushaltestelle und zähle die Linksabbieger. Ca. alle 30 Sekunden könnte ein Polizist hier Geld verdienen. Und drüben aus der Einbahnstrasse kommt ein Fahrrad nach dem anderen, darauf lauter Leute, die erkennbar in Deutschland geboren wurden. Es dunkelt schon. Wieviele sind ohne Licht unterwegs? Kein Migrationshintergrund.

Mist, ich bin spät dran, die Fussgängerampel zeigt rot...

Und ausgerechnet die kleinste Fraktion im Europaparlament, zu der neben der französischen Front National auch der AfD-Abgeordnete Marcus Pretzell gehört, soll nun rund eine halbe Million Euro zurückzahlen weil sie im Jahr 2016 nicht nur 234 Flaschen Champagner abgerechnet hat - darunter einige zum Preis von 81€ -, sondern auch Schlemmer-Menüs, die pro Person mehr als 400€ kosteten. Die Mitarbeiter erhielten teure Geschenke, Belege fehlen, Ausschreibungen wurden nicht gemacht. Soweit ich weiss: Auch kein Migrationshintergrund.

Mir geht das Geschafel der AFD auf die Nerven: wer sich nicht an die Regeln halte, solle raus. Uiuiui, dann gibts alsbald keine Wähler mehr in Deutschland, auch nicht für die AFD - ob das wirklich gut durchdacht ist???

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ultimativen Island-Tips

  • Flug mit wow-air.de oder Eurowings.de ab DUS, CGN oder FRA nach KEF
  • bei DER.de Wagen ab und bis Flughafen buchen, da in Island viele Strassen noch off-road sind Allrad. Finger weg vom Suzuki Jimny, der ist zu leicht und fliegt bei 30km/h von der Piste, schweres Auto bevorzugen.
  • da viele Steinchen auf der Strasse Vollkasko. Staub- und Asche-Protection braucht man wohl nur bei akuter Vulkanwarnung.
  • wohnen bei bedandbreakfast.eu buchen, immer zwei Übernachtungen, dann kann man am Wechseltag entscheiden, ob man erst abends aufbricht oder schon morgens ins neue Gebiet fährt. Island in den Sommermonaten ist mittlerweile schnell ausgebucht - früüüühzeitig buchen, insbesondere die Wochenendtage!! Wimdu, Airbnb.
  • nicht in Reykjavik wohnen. Die Hauptstadt besuchen und dann irgendwo draußen wohnen. Reykjavik ist teuer und das Leitungswasser stinkt sehr nach Schwefel. Strassen rund um Rey sind gut.
  • ein Highlight war für uns das Lagafell Guesthouse in Grindavik. Am Hafen kleine Eckkneipe, das Café Bryggjan (Midgardur 2), da essen auch die Fischer, gute Suppen. Grindavik ist Ausgangspunkt für Flughafen, blaue Lagune und Reykjavik.
  • Essen in Island ist teuer. In den durchweg guten Bäckereien werden daher oft Suppen angeboten, das schont den Geldbeutel.
  • Im Internet etwas googeln nach best Hotpots Island. Schwimmsachen mitnehmen, überall gibts warme Bäder.
  • Wanderschuhe und Regenzeugs nicht vergessen. Dicke Pullis und Mützen zuhause lassen, die kauft man aus Schurwolle in den Läden in Reykjavik. Steuerbescheinigung ausstellen lassen, am Abflugtag am Flughafen entsprechend registrieren lassen, dann gibts die MWSt zurück, dazu muß man Quittung und Ware am Flughafen vorzeigen, also erst danach in den Koffer und dann erst aufgeben.
  • Aus dem Buch die wichtigsten Dinge rauskopieren, Buch zuhause lassen. Tips gibts im Netz
  • Die 3 wichtigsten must-see's hat man zum Golden Circle zusammen gefasst. Wir haben dazu zwei Nächte in Laugarvatn in einer Fewo gewohnt, nettes Freiluftbad vor der Haustür. Alternativ Secret Lagoon in Fludir. Die Mega-Touri-Attraktion zw Rey und Grindavik, die Blue Lagoon, ist so überlaufen und teuer, dass man sich vorher anmelden muß! Wir waren da, haben uns das türkisblaue Wasser oberhalb des Bades angeguckt - und sind woanders baden gegangen.
  • Island-Krimi als Gute-Nacht-Lektüre mitnehmen
  • bei Youtube etwas schmökern, aber auch bei den Öffentlich-Rechtlichen in der Mediathek nach Island suchen, da gibts immer mal wieder was Interessantes.
  • als ADAC-Mitglied ein Tourenpaket besorgen, Reiseführer und Strassenkarte mitnehmen. Vor Ort klappte die Navi ganz prima mit der kostenlosen App von HERE, vorher die Islandkarte installieren.
  • Wettervorhersage immer im Blick haben: mobile Version des Meteo-Office Island, klart.se, yr.no oder fmi.fi.
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    Best of Baby

    Boah, ist das teuer, ein Kind zu kriegen. Was man so alles braucht!

    Aber es gibt einiges was sich bei uns echt bewährt hat und den Preis sehr wert ist, die Tips möchte ich Euch nicht vorenhalten, lauter sinnvolle Geschenke für den nächsten Babyalarm. Hier also unsere 8 Best-of's:

  • Der Trinkbecher Magic Cup von Nuc für knapp 10 Euro
  • endlich tropft nichts mehr, selbst wenn der Becher auf den Boden fällt, der Silicon-"Deckel" ist dicht, und Annika hat blitzschnell raus wie das mit dem saugen geht, ein echtes Highlight.

  • Den Ibedoo von Sigikid
  • Schade, den gibts nicht mehr, aber kann man leicht selber machen: Stofftier, Rückseite etwas aufschlitzen, kleinen Reißverschluß einnähen, ein Stoffrechteck an einer Kante aufnähen, an den anderen Kanten Klettverschluß. In das Stofftier einen kleinen Lautsprecher mit MP3-Player versenken - fertig. Als Einschlafhilfe eine Schlaf-CD aufspielen, zB. die Schlaf-schön-Cd aus der Sendung-mit-der-Maus

  • Der 3M Peltar Kid für knapp 20 Euro
  • Gehörschutz für Kinder - braucht man das? Ja, das braucht man, wenn man sein Kind überall hinschleppt: aufs Konzert, Party usw. Da wirds manchmal ganz schön laut. Und für knapp 20€ schützen wir da sensible Kinderohren, das macht Sinn.

  • Apropos Schutz: Die Sonnebrille mit Klettverschluß für um die 20 Euro
  • Urlaub im Skigebiet? Segelausflug? Oder einfach nur: blendende Sonne? Da macht eine Sonnenbrille Sinn, und zwar eine ohne Bügel, sondern mit Neoprenband und Klettverschluß. Sieht spacig aus, oder?

  • Auch cool: der Teller mit Saugnapf für unter 20 Euro
  • Kinder werfen liebend gern etwas runter - am besten gleich den ganzen Teller. Wir haben den von Tupper geschenkt bekommen, sehr sinniges Gerät (knapp 30 €) ...

  • Die faltbare Babybadewanne von Stokke, im Laden für 40 Euro
  • Eine Babybadewanne braucht viel Platz - die lassen wir im Laden. Wir haben uns für die praktische Faltversion entschieden, und die können wir sehr empfehlen.

  • Das Reisezelt von Deryan
  • Mit Reisebetten hatten wir so unsere Probleme, sie sind unhandlich, manchmal auch kaputt, naja, vielleicht ist das Klagen auf hohem Niveau, denn wir sind vom Reisezelt verwöhnt: das Ding ist mega-leicht, klappt sich selbst auf, ist so handlich dass wir es sogar bei Zugreisen mitnehmen, und Annika betrachtet es als ihre Höhle, egal wo wir es hinstellen. Sie ist sicher darin untergebracht und ist seinen Preis auf alle Fälle wert: Wir haben es gebraucht gekauft, neu kostet es knapp 100 Euro.

  • So, und zum Schluß der Dampfgarer von Avent für knapp 120 Euro
  • quasi ein Thermo-Mix für Kids. Süßkartoffeln, Pastinaken, Karotten, Kartoffeln schälen, ab in den Tiefkühler, dann in 15 Minuten vitaminschonend gegart, fertig ist das Mittagsmenu. Der Witz ist aber der Mixer: einfach den Behälter abnehmen, umdrehen und quirk-quirk: Fertig ist der Apfelmus, genial. Den geben wir nicht mehr her!

     

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    Annika ist da !!

    Seit 17. Januar 11:05h ist Annika in unser Leben getreten: Willkommen, bienvenue, welcome - glücklich zu sehen, nous sommes enchantees, happy to see you - bleibe, reste, stay...

    50cm lang, knappe 3kg schwer und guuut entwickelte Lungen. Mutter und Kind sind wohlauf. Der Vater natürlich auch...

    Allen, die uns gratuliert haben, schonmal vorab ein herzliches Danke, wir freuen uns, daß Ihr Euch mit uns über unseren kleinen Sonnenschein freut.


    "Mir ist übel."

    Anke siegt wirklich nicht gut aus, dabei stehen wir erst in Bad Godesberg auf dem Bahnsteig. Diesmal scheints ihr wirklich dreckig zu gehen, sie platziert sich gerade neben dem Mülleimer, und es dauert nicht lange, da kommt das Frühstück wieder raus. Och mann, die Arme tut mir echt leid.

    Da schiebt sich plötzlich eine große Wasserflasche ins Bild, und an der Flasche hängt ein ansehnlicher Bauarbeiter dran. Wortlos drückt er ihr die Buddel in die Hand und trollt sich wieder zu seiner Arbeit.

    Aus einiger Entfernung haben sie uns offenbar beobachtet, "das kenn ich, diese 'Krankheit' hatte meine Frau auch schon" wird er sich gedacht haben, greift sich eine Flasche und bringt sie herüber.

    Also, für mich ist er der Held des Tages. Danke. Schön, daß es Menschen gibt, die aufmerksam in die Welt schauen. Danke.


    Lieblingsvideos

    Ich hab einige prima Videos bei Youtube gefunden, die ich immer mal wieder angucke:
    Das linke ist von Marco über unsere Segelschulung Ostern gedreht worden: cooooles Video.
    Das rechte ist eine Fundsache aus dem Netz: Mona Harry heisst die Dame und mit ihrer ganz speziellen Liebeserklärung spricht sie mir aus dem Herzen - gut gemacht!
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    man muß auch mal loben können

    Da kann die Bahn nichts dafür und die Reederei auch nicht: ausgerechnet am Hauptabreisetag nach dem Jahreswechsel pustet es kalt und heftig an der ostfriesischen Küste, sodaß kaum genug Wasser da ist, um die Fähren von Norderney zum Festland durchkommen zu lassen. So bildet sich in schneidenden Wind quer durch den Hafen eine Warteschlange, bis die ersten Fähren mit auflaufendem Wasser ablegen. Hui, ein, zwei Stunden im eiskalten Ostwind zu warten ist keine Freude, aber die Leute stellen sich brav hinten an, Respekt!

    Doch irgendwann werden wir auf die warme Fähre gelassen. In Norddeich steht noch um 14h der Zug, der eigentlich um 11 hätte gehen sollen, schnell rein und los gehts! Aber schon nach 15 Minuten ist Schluß: Eisregen hat Norddeutschland so im Griff daß die Züge den nächstmöglichen Bahnhof anlaufen sollen. Emden ist jedoch so voll, daß man uns nicht mehr aufnehmen kann. Wir stehen auf freier Strecke, nichts geht mehr. Mittlerweile sind die Oberleitungen auch so vereist, daß unsere Lok nicht weiter kommt. Endstation. Gestrandet.

    An dieser Stelle muß man intensiv loben:

  • Den eigentlich dienstfreier Lokführer, der sich in Emden kurzerhand eine Diesellok schnappt und uns nach Norddeich zurückschubst.
  • Das Team rund um die Zugbegleiterin Oltmanns, die in den folgenden Stunden vor Ort alles im Griff hat.
  • Die Reederei, die ihre warme Halle über Nacht öffnet.
  • Das Kioskteam, das die ganze Zeit über Helfer und gestrandete Zuggäste versorgt.
  • Die Bahn, die das alles bezahlt.
  • Und das DRK, das aus dem ganzen Kreis über spiegelglatte Straßen angerückt ist, um zu helfen wo Hilfe notwendig ist, Decken austeilt und uns gut versorgt.
  • Wir harren der Dinge, die da vielleicht kommen werden. Es geht einfach nichts mehr in Ostfriesland. In den frühen Morgenstunden taucht tatsächlich ein Bus auf, der sich Richtung Oldenburg und später einer gen Leer durchkämpfen will. Wie es jedoch dort weiter gehen soll, bleibt unklar; so ziehen es die meisten Fahrgäste vor, im "Hotelzug" oder in der zum Schlafsaal umfunktionierten Abfertigungshalle der Reederei zu übernachten, wo das DRK Feldbetten aufgebaut hat. Einzelne Gäste bekommen sogar Hotelzimmer in Norddeich. Die Wettervorhersage ist beunruhigend: vier Tage lang soll die Wetterlage so bleiben - na toll...

    Die Stimmung ist auch am Morgen noch gut, es ist halt nicht zu ändern. Die quirlige Kioskmannschaft hat Brötchen aufgebacken, niemand muß hungern, der Geruch frischen Kaffees zieht durch die Abteile. Man hat uns eine Rettungslok versprochen, die die Strecke enteisen und uns zumindest bis Emden schleppen soll. Die Arbeitgeber sind über unsere missliche Situation informiert, ich habe Strom und Internet. Und wir sitzen im Warmen, es hätte schlimmer kommen können.

    Dann aber kippt die Stimmung: Die Rettunglok kommt tatsächlich - und fährt wieder vondannen! Grund: der Lokführer sei von DB Cargo und habe keinen Auftrag, einen Zug der Schwestergesellschaft DB Fernverkehr abzuschleppen. Jetzt ist sogar das übermüdete Zugteam frustriert: "Da überlegt man doch ernsthaft zu kündigen..." Bei den Fahrgästen riecht es nach Meuterei: "Wegen diesem Volltrottel sollen wir hier noch die nächsten Tage stehen??" ereifert sich bestimmt nicht nur ein Mitreisender. "Muß man erst den DB-Vorstand in Bewegung setzen bis hier was passiert?" Andere greifen zum Händi und informieren die Presseagenturen, wenig später ist unser Zug bundesweit Gesprächsthema.

    Dann aber will unser unerschütterlicher Lokführer versuchen, der Rettungslok nachzufahren - vielleicht klappts ja. Und wirklich, 22 Stunden später als geplant läuft unser Hotelzug doch noch in Köln ein, wo mittlerweile die Medien auf uns warten.

    Fazit: alle haben sich redlich bemüht, dem Lokführer von der DB Cargo kann man vermutlich nicht mal einen Vorwurf machen, irgendwas ist da schief gelaufen. Aber vielleicht könnte die Bahn aus diesem und ähnlichen Fällen lernen, ihre Gäste über die Dinge, die da geplant werden, zeitnah zu informieren: nichts ist so frustrierend als fehlend Information.

    Bleibt noch festzuhalten, daß hier soeben ein Reise-Gutschein über 100 Euro und ein kleines Päckchen leckere Pralinen nebst einem Entschuldigungsschreiben des Vorstands eingegangen ist. Und auch wenn die Bahn Opfer höherer Gewalt wurde (dafür kann sie nunmal garnix) hat sie anstandslos die Fahrkarte erstattet - komplett.

    Na, dann wollen wir der Bahn doch nochmal eine Chance geben...

    PS: wir verfahren heute unseren Gutschein, Anke steigt mit mir in den Wagen, in dem wir Plätze reserviert haben. Es ist heiss draußen, kein Wunder, es ist Juli. Und genau in diesem Wagen ist - na was wohl ?? - die Klimaanlage ausgefallen. Die Bahn versemmelt aber auch jede Chance...

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    Kalender-Recycling

    Viele von uns bekommen schöne Kalender geschenkt, ein bißchen Wehmut schwingt schon mit, wenn man sie am Jahresende im Papiermüll entsorgt. Aber kann man Kalender nicht einfach ein paar Jahre später wieder aufhängen?

    Das geht ganz einfach: Kalender normaler Jahre kann man innerhalb von 28 Jahre dreimal wieder aufhängen (siehe Tabelle). Am einfachsten notiert man die "Recycling-Jahre" auf der Rückseite.

    Schaltjahreskalender sind alle 28 Jahre wieder aktuell; Schaltjahre sind alle Jahre, die durch 4 teilbar sind. Im kommenden Jahr 2016 kann also der Kalender von 1988 wieder aufgehängt werden, er ist 2044 wieder aktuell. Wenn auch noch die Feiertage übereinstimmen sollen, braucht man einen aus dem Jahr 1932, den man übrigens 2168 wiederverwenden kann...

    Insgesamt braucht man eigentlich nur 14 Kalender, für jeden Wochentag am 1.1. einen, und sieben für die Schaltjahre - einer davon ist immer aktuell...

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    Kinderprogramm
    (den Erwachsenen schadet es nicht...)

    Ich bereite gerade Weihnachten vor. Das Problem: wie überstehen ich und die lieben Neffen die Zeit vor und nach der Bescherung? Na, da zeigen wir doch einfach ein paar gesellschaftlich wertvolle Kurzfilme, das Fernsehprogramm ist ja an den Feiertagen verseucht von Mord&Totschlag. Am besten die, die ich selbst gern sehe. Hier also meine Liste:
  • Bernard der Bär
  •  Shaun das Schaf
  • Minuscule
  • Gazoon
  • la linea
  • Und dann natürlich die Kurzfilme von Pixar
    Luxo jr., teilweise wolkig, knickknack, lifted und for the birds - grooooß...

    Habt Ihr noch Vorschläge??

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    Arne hat ein neues Hobby...

    Paracord sind eigentlich die Leinen, die man beim Fallschirmspringen benötigt; Soldaten haben daraus Armbänder gebastelt, um im Einsatz immer Rundumnützlichschnur dabei zu haben. In den letzten Monaten hat sich daraus ein kleiner Trend entwickelt und dem einen oder anderen wirds aufgefallen sein: Arne trägt sie nun auch. Und zwar selbst gebastelt.

    Man kann Farben und Verschlüsse verschieden kombinieren, Knottechniken und Einsatzzweck variieren je nach Bedarf. Mittlerweile sind eine ganze Reihe netter Bänder entstanden, unter anderem auch eine "schwarze Linie" - nett, nicht wahr??

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    ÖPNV in Köln: teuer.

    Jedes Jahr im Januar geht das Speelche wedder los: der VRS spielt mit den Preisen, is ganz ejal wat es denn koss...

    Der Verkehrsverbund hat wieder kräftig an der Preisschraube gedreht, im Schnitt um 3%. Und das bei einer Inflationsquote von unter einem Prozent und drastisch gefallenen Treibstoffpreisen. Oma-chen ist auf dem Weg zum Lebensmittelladen im Veedel pro Weg mittlerweile 1,90 Euro für bis zu 4 Haltestellen los. Und zurück nochmal natürlich!

    Die neue Kooperation mit dem Aachener Verkehrsverbund bezahlen insbesondere die Bahnkunden, da auf dieser Strecke die Bahncard nun nicht mehr gilt. Die Aachener nehmens mit Humor: Statt bis Köln ein VRS-Ticket für 17 € (Zone 7) zu lösen buchen sie eins bei der Bahn ab der ersten Bahnstation hinter der Grenze via Aachen Hbf; das spart mit 25%-Bahncard immerhin 3,50€ pro Trip...

    Man fragt sich, was den Verkehrsverbund treibt, seine Kunden so zu behandeln.

    Wie es besser geht zeigt z.B. der Verkehrsverbund im Rhein-Main-Gebiet. Dort gilt beispielsweise eine Monatskarte vom Tag des Kaufes an bis zum gleichen Kalendertag des Folgemonats. Sie ist frei übertragbar, Abends und am Wochenende gilt sie sogar für 2 Erwachsene und beliebig viele Kinder. Auch bei Einzelfahrten zeigt sich der RMV kundenorientiert: So sind dort zwei Einzelfahrten teurer als eine Tageskarte!

    Stellt sich also die Frage: Warum geht das in Frankfurt und im VRS nicht?

    PS: Liebe VRS, wollt Ihr uns das nicht mal erklären?

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    2013: Die Kriterien und ihre Reisser

    Es sind die berühmten Maastricht-Kriterien, die man sich als Maßstab für den Beitritt zum € ausgesucht hatte, im Wesentlichen eine Netto-Neuverschuldung von unter 3% des BSP und einen maximalen Schuldenstand von 60%; man schwor hoch und heilig, sie auch im Fortgang einzuhalten, ansonsten sollte es Strafen hageln. Leider hielt man sich schon bei der Schaffung der EU nicht daran, sonst hätten die EU-Kernländer Belgien, Italien und Griechenland erst gar nicht beitreten dürfen, sie haben die Kriterien nie erfüllt. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, die Politik schert das Geschwätz von gestern wenig, das ist alles vergossene Milch, was solls...

    Die Finanzkrise der letzten Jahre liegt nun gefühlt hinter uns und da lohnt es sich, sich die aktuellen Zahlen der wichtigsten Länder einmal genauer anzugucken:

    Also wenn Ihr mich fragt: da sind noch ne Menge Flaggen auf Halbmast zu setzen...
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    Die Links zu den besten Webradios

    Manche sind wirklich nicht ganz leicht zu finden, vor allem wenn man sie für ein Musikprogramm (z.B. zum mitschneiden...) oder eine Webradio-Box braucht. Wo gucken wir denn da?
  • NDR2, hier insbesondere Seite 2 drei Stunden easy-sounds-loop (Mucke pur...), jedes Wochenende neu
  • Bayern3
  • SWR3
  • WDR, hier auch der KinderRadioKanal Kiraka
  • Deutschlandfunk & -radio
  • Ö3 http://mp3stream7.apasf.apa.at:8000/listen.pls
  • Candlelight-Radio http://ice1.streamzilla.jet-stream.nl:8000/ilsemedia=ice7 easy-sounds fast ohne Tratsch
  • Sky-Radio http://www.skyradio.nl/player/skyradio.pls

    Welche sind Deine Lieblingssender??

    Webradio-Programme gibts wie Sand am Meer, ich nutze Screamer, Radio sure oder Tapin-Radio

    Recht umfangreiche Senderlisten, gut gemacht!


    SMS am Steuer

    Und wieder und immer wieder: der Wagen vor uns fährt 80 auf der Autobahn. Er fährt auf der Mittelspur, obwohl rechts und links alles frei ist. Ohne Anlaß bremst er, die Bremslichter leuchten, dann beschleunigt er. Wenig später erneut.

    Kurz darauf auf einer Bundesstraße: der LKW-Lastzug vor uns hält die Spur nicht. Fast kollidiert er mit einem entgegen kommenden Nissan, der Fahrer reißt den LKW nach rechts, der Anhänger schaukelt wie bei heftigem Wind, gerade kann er seinen Zug noch retten, fast landet der Nissan im Straßengraben. An einer freien Stelle überholen wir, nur weg hier!

    sehr sehenswert :
    Eine alltägliche Situation; jeder erlebt das, der auf der Straße unterwegs ist. Es wird nicht nur telefoniert, es werden SMS getippt, LKW-Fahrer lesen Zeitung oder sehen Fernsehen - unglaublich, aber immer wieder zu beobachten.

    Den gesunden Menschenverstand haben diese Mitbürger zuhause gelassen, sie sind gemeingefährlich. Wenn sie sich nur selbst gefährden würden: nunja, das Darwinsche Ausleseprinzip erklärt manches. Aber diese Menschen gefährden uns alle: Dich, mich, als Autofahrer, Fahrradfahrer, Fußgänger. 900mal gehts gut. 90mal so gerade noch. 9mal landen Menschen im Krankenhaus. Einer auf dem Friedhof.

    Wobei man kaum weiß, wen man mehr bedauern soll: die Rettungskräfte, die wieder und wieder die menschlichen Reste von der Straße kratzen müssen? Die Angehörigen, in deren Tür zwei Polizeibeamte auftauchen? Kinder, die ohne Eltern aufwachsen müssen? Querschnittsgelähmte, die ihr restliches Leben unter Schmerzen im Rollstuhl verbringen werden? Oder das Kind, das nicht älter als 9 Jahre wurde?

    Mehr kontrollieren, höhere Strafen: wer am Steuer mit Händi, Zeitung, laufendem TV erwischt wird, gehört ein Jahr von der Straße, mindestens. Selbst wenn das die berufliche Existenz zerstört: Wer mit seinem Mordinstrument nicht richtig umgehen kann, hat im Verkehr nichts zu suchen, aber auch gar nichts!

    Werner Herzog hat darüber einen Film gedreht: From one second to the next - sehenswert!

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    Skilaufen - die wichtigsten Infos

    Auch in diesem Januar fahren wir wieder 'auf Gampaping' und da habe ich wieder einige Links und Infos u.a. zu den Themen: Wetter, Versicherungen, Internet zusammen getragen, vielleicht sind die ja auch für Dich interessant. Mehr?? >>
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    Die Regeln, die die FIS vergaß aufzuschreiben

    Heuer hab ich mich am Lift umgeschaut, von 40 Skifahrern haben mittlerweile 39 einen Skihelm. Und das ist auch gut so. Es ist wie beim Rauchen: Jeder kennt die Gefahr, wer sich nicht schützt, ist selbst schuld. Und der Satz: "Ich brauch keinen Helm, ich fahr immer schön vorsichtig" ist eine dämliche Ausrede, nichts mehr; sie zeugt von einer völligen Fehleinschätzung der Situation: Selten ist das eigene Fahrverhalten Grund für einen Freiflug mit dem Hubschrauber (sehr schmerzhaft und bei Kopfverletzungen auch schon mal tödlich), sondern das Unvermögen Dritter.

    Die FIS hat vor Jahren wunderbare Regeln aufgestellt, die man heutzutage kaum noch im Skigebiet findet, sie liest eh keiner. Kein Wunder, die wirklich wichtigen Regeln sollten selbstverständlich sein. Und in der Annahme, daß jeder, der sich eine Liftkarte leisten kann, genügend gesunden Menschenverstand mitbringt, hat die FIS sie auch nicht aufgeschrieben. Das scheint mir aber mehr und mehr ein Trugschluß zu sein, wenn man sich das Verhalten einiger Sportsfreunde auf der Piste so anguckt. Deshalb nochmal zum Mitlesen:

    Wenn einer... ... viele Stunden lang
    allein in dieser
    Schlange stand
    schon meint,
    daß dran er wär,
    so irrt sich der!
    Denn die Moral
    von der Geschicht:
    Fahr im Lift
    alleine nicht!
  • Niemals oberhalb von stehenden Skifahrern abschwingen; wenn die Bremse nicht klappt, gibts gebrochene Beine und ne Menge Schmerzen.
  • Am Pistenrand rasten, nicht mitten auf der Piste.
    Nicht hinter einer Kante, wo man Euch von oben nicht sehen kann.
  • Erst losfahren wenn von oben nichts kommt - immer Blick nach oben, dann los!
  • Wenn Pisten zusammen geführt werden: abbremsen und sich nach oben vergewissern, daß keine Gefahr droht.
  • Nicht schneller fahren als der Schutzengel fliegen, also man bremsen kann.
    Das gilt insbesondere für Snowboarder und Schußfahrer.
  • Alkohol auf Ski ist uncool. Außerdem macht es kalt!
  • Wenn 90 Wartende 20 Sekunden länger anstehen müssen, weil 1 Platz im Lift unbesetzt bleibt, dann summiert sich das zu einer halben Stunde, multipliziert mit einem Handwerkerlohn ist das mittlerweile der Gegenwert einer Tageskarte - für jeden leeren Liftplatz, für jeden unbesetzten Kabinensitz!
    Also macht die Plätze voll!
  • Skistecken werden senkrecht gehalten; gerade beim Treppesteigen werden die Enden nicht selten auf Augenhöhe von Kindern geführt - das ist echt gefährlich!
  • Beim Einsteigen in die Kabine die Ski von hinten nach vorne in die Halter stecken, dann können das nämlich Mehrere gleichzeitig parallel tun und alles läuft deutlich entspannter ab.
  • Wer in eine Lawine gerät, hat schlechte Überlebenschancen. Selbst wer lebend wieder ausgebuddelt wird, hat oft eine Sauerstoffunterversorgung: Das Gehirn ist Matsch (siehe der holländische Kronprinz: kein Einzelfall!). Und er gefährdet alle, die buddeln müssen: die Mitskiläufer, die Bergwacht und letztlich auch Angehörige.
    Also überlegt Euch, ob ihr wirklich abseits der Piste fahren müßt.

    Na dann: Ski heil!

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    warum gibt es eigentlich nicht...

    Immer wieder fallen mir ein paar Sachen auf, die es offenbar nicht zu kaufen gibt, und ich frag mich meistens: Warum eigentlich nicht? Gibts dafür keinen Markt?

    Manche Sachen gabs, aber gibts eben nicht mehr. Z.B. den in signalorange als Blouson bzw. Kapuzenjacke geschnittenen Ostfriesennerz mit Bauchtasche von Rukka. Toll wäre vielleicht auch eine Gesichtsmaske, die etwa beim Skilaufen durch die Atemluft nicht nass wird, sowas praktisches halt.

    Oder der schicke kuschelige Jeansoverall mit ein paar andersfarbigen Streifen. Apropos Jeans: Warum müssen Jeans einfarbig sein? Und warum gibts keine ohne Taschen? Oder warum muß Arbeitskleidung so langweilig sein?

    Oft will man etwas zeitlich begrenzen, z.B. den Fernsehkonsum der Kinder, oder den Zugriff aus Schokolade, aber einfache Zeitschlösser gibts nicht?

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    Ich glaub, ich hab nen Jacken-Tick...

    Für die meisten, die mich kennen, ist das nichts Neues: Ich hab offenbar einen Jacken- Tick. Manche investieren in Schuhe oder Handtaschen, ich stehe offenbar auf Kapuzen. Und auf Streifen. Nunja, es gibt Schlimmeres. Hier meine Ausbeute:

    Man könnte es vermutlich Arne's Collektion nennen...


    Der Trick mit den gestrichenen Preisen

    Ja, zugegeben, wir Kunden sind blöd. Oft fallen wir auf den gestrichenen roten Preis herein. Guck mal Schatz, wieviel ich gespart habe! Ich kaufe mittlerweile viel bewußter ein: Will ich dieses Produkt zum gestrichenen Preis eigentlich kaufen? Denn längst ist klar: Der angebliche Originalpreis hing nie an der Jacke. Allenfalls für 10 Minuten. Bei gestrichenen Preisen fühle ich mich als Kunde vera****t, nicht ernst genommen. Und weil ich das mittlerweile weiß bin ich nicht mehr bereit, zum gestrichene Preis in diesen Läden zu kaufen. Wer mich so behandelt verdient es nicht besser: Ein Schnäppchen für den Kunden? Da gucken wir doch mal im Internet - guck mal Schatz, Deine Jacke kost' hier die Hälfte...
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    Microsoft will Geschäft machen

    aber es funktioniert nicht

    Das Bessere ist der Feind des Guten. So sollte man doch meinen, daß alle Welt der Firma, die immer noch weltweit den Computermarkt beherrscht, die Software aus den Händen reisst. Doch dem ist mitnichten so. Kein Wunder: der Nutzer sieht keine Notwendigkeit, der Firma aus Redmond das Geld hinüber zu reichen. Denn der Knaller ist bisher ausgeblieben: Windows XP: läuft. Mittlerweile gut und stabil. Never change a runnig system. Windows Vista: ein Flop. Windows 7: warum? Und Windows 8 für die Generation "wisch". Nur: auf Tablets mag das System seine Berechtigung haben, zum Arbeiten auf Desktops wollen sich die Nutzer nicht an die neue Oberfläche gewöhnen: das System liegt wie Blei (quasi) in den Regalen und keiner will es. So ist die Nachfrage beim Erwerb aktueller Hardware nach der Vorgängerversion signifikant, da ändert auch Microsofts nachgeschobenes Upgrade auf Win 8.1 nichts dran.

    Noch schlimmer dürfte es um die Anwendungssoftware stehen: Office läuft in der Version 2000 immer noch gut und stabil, Texte muß man immer noch selber erdenken und eintippen, auch da hats kein Killer-feature gegeben. Preisbewußte verzichten ganz auf Kaufsoftware: im Netz gibts eine ganze Reihe Anwendungen, die als Open Source und Freeware genauso gut sind, nichts kosten und alle Bedürfnisse abdecken: schreiben, rechnen, Bildbearbeitung und noch vieles mehr geht ohne MS. Sogar beim Surfen und bei Email verlieren Explorer und Outlook immer mehr Freunde.

    Das wissen natürlich auch die Leute von Microsoft; wie zwingt man nun also die Nutzer, Geld 'rüberzuschieben? Indem man den eigentlich halbwegs zufriedenen Kunden den Support abschneidet: Ab April 2014 wird XP nicht mehr unterstützt. Fast ein Drittel aller PC-Nutzer (lt. Fortinet) stehen im Regen. Neu entdeckte Lücken in der Software werden ab 8.4.2014 nicht mehr geschlossen. Lücken?? Nun darf man sich natürlich fragen, wieso wir Nutzer ständig irgendwelche Updates einspielen müssen: War die gekaufte Software denn so schlecht? Löchrig? Anfällig? Hat man als Kunde eigentlich keinen Anspruch auf Lieferung eines fehlerfreien Produkts, zumindest bei zweiter oder dritter Nachbesserung? Es muß offenbar Gründe geben, weswegen sicherheitssensible Systeme nicht mit Windows-Betriebssystemen laufen - man stelle sich Flugzeuge oder Hochgeschwindigkeitszüge vor, deren Software ständig ge-updatet werden muß weil sonst ein Blue-Screen droht. Oder Atomkraftwerke.


    Microsoft


    Apple

    Beim Kauf des Betriebssystems (XP immerhin bis 10/2010!) wurde man nicht gewarnt, daß es Löcher habe, im Gegenteil: man verkauft uns die Bugs als zweifelhafte Features: Jederzeit das Neueste, Updates automatisch und völlig umsonst! Was wäre wenn man den Kunden damals die Wahrheit gesagt hätte: Du kaufst da ein Produkt, mit dessen Fehlern wir Dich in kaum 5 Jahren allein lassen werden - wer kauft dann soetwas? Doch genau das erklärt Microsoft aus offenbarer Not zur Selbstverständlichkeit, und wir sollen uns daran gewöhnen, irgendwann ein neues Produkt kaufen zu müssen, damit die Fehler des Alten nicht zur Katastrophe werden - was für eine Strategie!

    Es könnte eine Lizenz zum Gelddrucken sein, wenn der genervte Kunde diesen Irrsinn mitmachen würde. Aber tut er das? Natürlich kann man von niemandem zeitlich unbegrenzten Support erwarten, nicht mal von Waschmaschinen-Herstellern, aber die liefern wenigstens Produkte, die jahrelang fehlerfrei tun was sie sollen. Ich bin sehr gespannt ob es jemand wagt, Microsoft auf Schadenersatz aus Produkthaftung zu verklagen, weil beim Kauf dieser offenbar sehr fehlerhaften Produkte von Einstellung der notwendigen Nachbesserungsarbeiten keine Rede war. Ich war Käufer, kein Beta-Tester. Ich fürchte aber, es wird sich niemand mit den Typen anlegen wollen, schade eigentlich.

    Muß man auch nicht. Denn selbst an die "Core-Kompetenz" legen freie Programmierer die Axt: Linux hat sich zu einem stabilen und einfach zu benutzenden Betriebssystem entwickelt, das auch bei der Anwendungssoftware mittlerweile keine Wünsche offen läßt. Und: s' kost nix.

    Oder man begreift den Microsoftschen Erpressungsversuch als Aufforderung, bei dieser Gelegenheit auf aktuelle Hardware umzusteigen. Und kauft sich einen angebissenen Apfel. Die Aktienkurse sprechen Bände...

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    Prognosen: Der Blick in die Glaskugel

    Pünktlich um 18 Uhr stellen die drei großen Demoskopie-Institute bei ARD, ZDF und RTL Ihre Prognosen vor. Die lagen dieses mal recht gut im Rennen (und das gilt auch für Piraten und AfD). Die wirklich wichtige Frage wurde von der FGWahlen mit 4,5% richtig und von Infratest dimap mit 4,7% ziemlich exakt beantwortet. Lediglich Forsa sah die Partei mit 5% auf der Kippe, über die sie schließlich mit 4,8% gekippt ist.

    In Hessen lag die ARD bei der Prognose deutlich besser im Rennen als das ZDF: Zwar sahen beide die FDP zunächst 'draußen, aber die FGWahlen mit 4,5% doch recht aussichtslos, nun sind die Liberalen doch noch knapp reingekommen. Bei den großen Parteien lag die FGWahlen mit 2,2 bzw. 1,8 Prozentpunkten über dem Endergebnis, bei den Grünen mit 1,6 deutlich drunter. Die Prognose für die Linken und die AfD war wie bei der von Infratest dimap recht gut.

    Übrigens:
      gut 15% aller abgegebenen Wählerstimmen sind nicht im Bundestag vertreten. Das ist bestimmt nicht mehr im Sinne des Grundgesetzes und könnte ggf. Grund für eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die 5%-Hürde sein.

    wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre...

    Am Sonntag war Bundestagswahl, das vorläufige amtliche Endergebnis steht fest, schauen wir also mal kurz zurück was die Prognoseinstitute vorausgesagt haben.

    Alle haben zuletzt die FDP 'drin' gesehen, die FGWahlen und Allensbach bei 5,5%, Insa und Forsa sogar bei 6%. Keiner hat sich getraut, die FDP draußen zu sehen, was vielleicht ein wichtiges Signal an mögliche Leihwähler gewesen wäre.

    Die CDU wurde folgerichtig durchweg zu knapp prognostiziert, das Lager stimmte also überwiegend. Die SPD lag bei allen über dem Endergebnis, Forsa und Emnid lagen ziemlich genau.

    Forsa und Infratest dimap sahen die Grünen bei immerhin 10%, zum Schluß waren es miese 8,4%.

    Piraten und AfD wurden ziemlich exakt getroffen, nur Infratest dimap sah die AfD 10 Tage vor der Wahl bei armen 2,5 statt 4,8%.

    Fazit: Die wirklich wichtige Frage, ob es die FDP schafft, wurde von allen Instituten falsch beantwortet, da hilft auch der Verweis auf die mathematische Unschärfe bei kleinen Parteien nicht weiter. Inwieweit diese Falschprognose mögliche Leihwähler im Lager der scharz-gelben Koalition abgehalten und so die Fortsetzung der bestehenden Koalition verhindert hat, wird man nie ganz klären; wahrscheinlich ist es aber.

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    Unangenehme Fragen

    Am Wochenende wird gewählt, es sieht nicht nach einem Regierungswechsel aus, die FDP wird wohl 'reinkommen, die SPD bleibt auf den Oppositionsbänken. Die alte Wahrheit, dass man Wahlen nicht gewinnt, sondern die Regierung verliert, stimmt auch diesmal wieder: Diese Regierung schien nicht so schlecht als dass die Opposition eine echte Chance gehabt hätte. Auch wenn ihre Fragen noch so berechtigt waren, Lösungen konnte sie nicht überzeugend anbieten.

    Ich frage mich aber warum niemand die wirklich wichtigen Fragen gestellt hat. Zum Beispiel

  • wie es möglich ist, am Ende eines zeitgemäßen Arbeitslebens eine Rente zu bekommen, die ihren Namen verdient (und zwar ohne daß angespartes Kapital doppelt besteuert wird und in 40 Jahren nichts mehr wert ist).
  • Was gegen den Missbrauch des Niedriglohnsektors getan wird, warum das Land Berlin seine Gartenbauer rauswirft und als 400-Euro-Jobs wieder einstellt. Was gegen die Unsitte getan wird, für einen Vollzeitjob kein Gehalt zu zahlen, von dem man leben kann, wann das Aufstocken abgeschafft wird. Was gegen die Praktikumsseuche und Kettenzeitverträge unternommen wird. Wann der Kollege Leiharbeiter für die gleiche Arbeit auch gleiches Geld bekommt.
  • Wann endlich jemand, der arbeitet, mehr in der Tasche hat als einer, ders nicht tut.
  • Wann auf Autobahnbaustellen rund um die Uhr gearbeitet wird.
  • Wann der Unsinn unterschiedlicher Mehrwehrtsteuersätze z.B. für Windeln, Tiernahrung und Pornohefte beendet wird.
  • Ob die Protagonisten endlich die giftige Glühbirne wieder abschaffen.
  • Was aus dem versprochenen Bürokratieabbau geworden ist.
  • Warum die Spitzenkandidaten eingeflogen werden, wenn es doch angeblich so schlecht ums Klima steht. Wann die Beimischung von Bioethanol, für dessen Herstellung Urwälder abgeholzt werden, verboten wird.
  • Welchen Sinn es macht, Saftflaschen vom Pfand zu befreien und auf Mehrwegglasflaschen nur einen symbolischen zu verlangen.
  • Wie eine einfache Steuererklärung aussehen wird. Und vor allem wann wir sie bekommen werden.

    Diese Fragen sollte man keineswegs nur der bestehenden Regierung stellen; auch der derzeitige Kandidat hob sowohl an Schröders wie auch an Merkels Tafel seine Hand. Und hat nicht selten über den Bundesrat mitregiert, in dem die CDU/FDP keine Mehrheit hat.

    Übrigens: Mir persönlich graut vor der nächsten Wahl: Frau Merkel tritt erneut an und bei der SPD versucht es ein Bundespolitiker, der bislang noch nicht Spitzenkandidat war. Oder noch schlimmer: Eine. Brrrrrr....

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    Preisbindung bei Arzneimitteln

    Apotheken dürfen keine Boni auf rezeptpflichtige Arzneimittel geben. Begründung: Kranke sollen sich nicht erst auf die Suche nach der günstigsten Apotheke machen müssen. Außerdem soll die Beratungsqualität erhalten bleiben.

    Und wenn ein Kranker sich ausdrücklich auf genau diese Suche begeben möchte? Und gar nicht beraten werden möchte? Zum Beispiel weil er bereits von seinem Arzt ausreichend beraten worden ist (was bei rezeptpflichtigen Mitteln die Regel sein dürfte)? Oder auf lange lange Zeit das selbe Medikament einnehmen muß, also gar kein Beratungsbedarf besteht?

    Kranke werden gezwungen, überall den gleichen Preis zu bezahlen - was ist eigentlich aus unserer Freiheit geworden? Aus Preisbildung über Konkurrenz? Im Interesse der Apothekerlobby werden Zustände aus dem vergangenen Jahrhundert zementiert. Auf Kosten der Kassenpatienten, die oft beachtliche Beträge als Zuzahlung hinlegen müssen. Mit so schlechten "Argumenten", daß es einem wirklich graust. Das Problem sind nicht die Internet-Apotheken. Das Problem sind 4 und mehr Apotheken auf 100m Fußgängerzone, und alle klagen: Klappern gehört zum Geschäft. Die Apotheker haben es geschafft, sich ein Biotop zu schaffen, ein Apo-Schutzgebiet, wie es sonst nur noch die Buchläden kennen. Auf wessen Kosten? Eben.

    Fragt doch mal die Patienten, ob sie am Boniverbot überhaupt ein Interesse haben - gebt sie endlich frei, im Interesse unseres Geldbeutels.

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    das Johan-Friso-Prinzip

    Letztes Wochenende, Heeger Meer, wir sind mit 2 Valken unterwegs. Es kachelt knappe 5 Bft, in der Boe satte 6 aus NW, hier am Ende des langen Sees hat sich auf der Leeseite eine heftige Welle aufgetürmt. Wir fahren 2 Reffs, auch die Fock haben wir etwas kleiner gerollt, alle haben Schwerwetterölzeug und Rettungswesten an, auf beiden Booten erfahrene Skipper an der Pinne, die Crew hat sich auf der Luvkante festgekrallt, nur nicht nach Lee fallen, Rabea hat sich zwischen Want und Mast verkeilt und wirkt als Wellenbrecher, außen gibt's keine trockene Stelle an ihr, das Ölzeugs besteht den Test. Längst habe ich meinem Fockschoter beigebracht, wie er sein Tuch zu führen hat damit wir nicht in der Wende verhungern, ich kann kaum die Großschot halten, der Druck auf das kleingefaltete Handtuch ist immens, hoffentlich bricht nichts, hoffentlich fällt niemand ins Boot. Der Bug schneidet tief in die Welle, 3, 4 Brecher krachen nacheinander in die Plicht, bringen mehr Wasser als die Lenzventile verarbeiten können, ich drehe in den Wind damit es erst mal abfließen kann, sonst spielen wir U-Boot, dann geht's weiter, sportliches segeln, was für ein Spaß!

    Und dann eine Situation, an diesem Wochenende mehrfach beobachtet:
    Uns fährt ein baugleiches Boot vor den Bug, es wäre ausweichpflichtig, aber entweder kennen die da drüben die Regeln nicht oder der Druck auf die Pinne ist zu groß um abfallen zu können. Kein Wunder, sie fahren ungerefft, das Groß weit gefiert, einen dicken Bauch im Vorliek, nur mit Mühe kann der Rudergänger den Kurs halten, die Crew in T-Shirts, keine Rettungswesten.

    Was geht in solchen Leuten vor? Geht in diesen Leuten überhaupt etwas vor? Wenn die reinfallen brauchts ne ganze Zeit bis Hilfe da ist. Jedes Jahr kommen Leute um, weil sie verantwortungslos, grob fahrlässig oder einfach nur dumm handeln. Wassersport ist eine "gefahrgeneigte Tätigkeit", man trifft Vorkehrungen, man lernt in einer Segelschule wo die Gefahren sind und wie man ihnen begegnet, ihnen möglichst ausweicht, man refft, besorgt Rettungswesten, verteilt Notrufnummern, lässt Erfahrene ans Ruder und irgendwann beschließt man: es wird zu heftig, wir fahren unter Land.

    Sehen diese Hohlköpfe die Gefahr nicht? Ist unser Leben so sicher, mit gutem Material und notfalls Versicherung, dass die Kraft der Natur gar nicht mehr zur Kenntnis genommen wird? Ist der "Beinahe-Tod", das Wandeln an der Kante zum Abgrund, das letzte große Abenteuer unserer Zeit? Ist das wirklich cool? Und wenn es dann Tote gibt: Tja, Pech gehabt? Oder ist es einfach nur das einfache darwinsche Prinzip: Suvival of the fittest, selbst schuld?

    Es ist vielmehr das Johan-Friso-Prinzip: Lawinenwarnung? Ach, was solls, wird schon nichts passieren. Manchmal hat man das Gefühl, daß Menschen zunehmend ihre Umgebung wie ein Videospiel wahrnehmen: wenn man drei bis vier "Leben" verspielt hat startet man eben eine neue Runde.

    Nur - so ist die Realität nicht. Denn da heißt es final: Game over...

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    Vorfahrtsregeln?

    Ach was, das ist was für Weicheier...

    Immer wieder beobachtet man auf dem Wasser Boote, die ihre Fender nicht weggestaut haben. Das ist unter Eingeweihten ein sicheres Zeichen, nämlich daß auf dem "fahrenden Fendershop" Leute unterwegs sind, die keine Ahnung haben (man nennt das "mit offener Hose fahren"). Seit es auf deutschen Gewässern die Charterscheinregelung gibt und neuerdings die Führerscheinfreiheit bis 15PS sieht man davon immer mehr, ein (recht zweifelhafter) Erfolg der Wassersportindustrie. Laut Auskunft des zuständigen Ministeriums seien kaum zusätzliche Unfälle zu verzeichnen, kein Wunder, die Kunden sollen ja mindestens drei Stunden lang eingewiesen werden.
    Vorfahrtsregeln ... gelten aus meiner Sicht
    nur vor Gericht
    und auch dort ist man ja
     wie bekannt
    wie auf hoher See
     in Gottes Hand...

    Wir haben den Test auf der Müritz gemacht. Die Einweisung gestaltete sich so: "Da ist die Fernbedienung für den Fernseher, die Satellitenantenne verstellt man so, den Kühlschrank kann man dort anknipsen, das Boot fährt los wenn Sie den Schlüssel drehen und den Hebel nach vorne legen, alles ganz einfach, haben Sie noch Fragen? Dann gute Fahrt..."

    Kaum mehr Unfälle? Kein Wunder, durch die Fenderunsitte sind die Boote der Leute ohne jede Kenntnisse ausreichend gekennzeichnet, man weicht ihnen auf dem Wasser weiträumig aus. Doch dafür sind Vorfahrtsregeln nicht gemacht. Segler, die sich auf die Ausweichpflicht der Chartermotorboote verlassen, berichten immer wieder von gefährlichen Situationen und wilden Manövern des letzten Augenblicks, denn die ratlosen Kunden der Wassersportindustrie kennen oft nur eine Regel:
    Ich bin groß und Du bist klein - geh da weg, ich will da rein...

    Hier also nochmal die wichtigsten AUSWEICH-Regeln:

  • wer von hinten kommt muß immer ausweichen
  • nur See: Fahrwasserkreuzer weichen (sauber rechts fahrenden) Fahrwasserfahrern aus
       (gilt nicht Binnen!!)
  • nur Binnen: Kleinfahrzeuge weichen Nicht-Kleinfahrzeugen (incl. "kurzer Berufsschiffahrt") aus
       (gilt nicht an der Küste!!)
  • Motorboote frontal: beide weichen nach ihrem rechts aus
  • Motorboote spitz: rechts vor links
  • Motorboote müssen Segelbooten und Ruderbooten ausweichen!
       Ausnahme: Motorboote, die sauber am rechten Ufer entlang fahren,
       dürfen nicht von Seglern zum Ausweichen gezwungen werden.
    ein gut gemeinter Rat: machen Sie einen Sportbootführerschein,
    da lernt man sowas!

    Oder mit anderen Worten:

    Vielleicht hilft das ja dem ein oder anderen...

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    die Ostsee ist ein Ententeich...

    Es ist ja schon spannend: Die Führerscheinpflicht erst ab 15PS und ab 25km/h kommt bereits im Sommer 2012, einfach per eiliger Verordnung.
    Demnächst wirds für die Ostseeküste Charterbescheinigungen geben, d.h. dort fährt man in einem "begrenzten Revier" ohne jeden Führerschein. Und als "Flottille" sogar darüber hinaus.

    Wenn man sich aber umhört, sind alle dagegen: Der DGzRS, DSV, DMYV, VDS, die Berufsschiffer, die Wasserschutzpolizei, alle die Sachkenntnis haben sagen: Leute ohne irgendwelche Kenntnisse auf Binnen- und Seewasserstraßen zu lassen ist gefährlich. Lesenswert.

    Und wer ist dafür? Die Vermieter. Und "Der ADAC begrüßt ausdrücklich die jetzige Entwicklung. Der Einstieg in den Wassersport wird durch die neue Führerscheinfreiheit bis 15 PS deutlich leichter und attraktiver. Für den Club ist es dabei von großer Bedeutung, dass bei der Erleichterung des Einstiegs in den Wassersport, die Sicherheit auf dem Wasser weiterhin oberste Priorität besitzt."

    Aha.

    Irrfahrt auf der Ostsee

    Oder auch typisch: offenes Anglerboot auf Ostsee bei 5Bft Wassereinbruch und sinkt - nur durch Zufall entdeckt. Sonst tot.

    Oder: "Viel zu tun hatten die Seenotretter der DGzRS am verlängerten Wochenende vom 27.4.-1.5.2012. Bei 40 Einsätzen in Nord- und Ostsee wurden insgesamt 109 Personen aus Gefahrensituationen befreit. Der weitaus größte Anteil der Einsätze konzentrierte sich mit 32 Alarmierungen auf die Ostseereviere. Überwiegend mussten die Seenotretter Freizeitskippern zu Hilfe kommen, die mit ihren Booten durch Navigationsschwierigkeiten oder Motorschäden in Gefahr geraten waren."

    Aber auf den Bodensee darf man nicht ohne extra Führerschein, ist ja gefährlich! Nur wenn man 24Euro für ein Urlaubspatent bezahlt, verspricht der See, 4 zusammenhängende Wochen im Jahr nicht gefährlich zu sein...

    Das verstehe wer kann...

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    der neue Sbf-Binnen-Fragenkatalog

    das sollte man dazu wissen

    Am 1. Mai 2012 wird nun also der Fragenkatalog zum Erwerb des Sportbootführerscheins Binnen auf Multiple Choice umgetellt. Statt 400 Fragen (+93 optionalen Segelfragen) sind es jetzt nur noch 253 (+45 Segelfragen). Weiterhin müssen 80% der Fragen korrekt beantwortet werden, eine mündliche Prüfung, wie sie bisher bei mind. 70% richtig beantworteter Fragen möglich war, entfällt. Waren die Fragen bisher mit bis zu 3 Punkten gewichtet zählen nun alle Fragen gleich.

    Bislang mußte man bei der theoretischen Prüfung Namen und Verwendungsweise der wichtigsten Knoten nennen können, sinnvollerweise hat man diese Fragen jetzt gestrichen, man muß sie in der praktischen Prüfung ebenso beherrschen wie die wichtigsten Schallsignale.

    Dafür wird jetzt gefragt, was die Östereichische Nationalflagge allgemein, im Bereich eines Wehrs und an einer Brückendurchfahrt bedeutet (27, 116, 244) - nunja, geschenkt...

    Der seit 15.11.2011 veröffentlichte Fragenkatalog wirft jedoch selbst eine Menge Fragen auf...

    mehr...

    neue friesische Landkarte

    Friesland hat zwei neue geografische Punkte. Nach der 120-Gulden-Bucht, Janine's Rest und Maglite's-Grave kommen nun Des Kommodores Pool und Markus' Impact dazu.

    Verschiedene Orte sind dagegen noch ohne Namen - wer die Geschichten dazu kennt und dabei war, ist vorschlagsberechtigt...

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    Euro in der Krise

    Ich sollte im Sommer des Jahres 1991 für die Arbeitsgruppe Finanzen der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion eine Zusammenstellung der Probleme der Währungsunion erstellen. Sinngemäß wurden damals im Wesentlichen sechs Fragen gestellt: Der damalige Maastricht-Vertrag war auf Sand gebaut; er war beflügelt von Euro-Visionen und die Visionäre scherten sich wenig um die Bedenken der Fachleute - Hauptsache, man kam mit dem großen Projekt voran. Alles andere würde sich finden. Vorsichtige Politiker, wie etwa ein gewisser Herr Schäuble, der bereits 1994 zusammen mit Karl Lamers ein Europa der konzentrischen Kreise gefordert hatte, wurden öffentlich demontiert. Um Europas Willen scherte man sich nicht um die Kriterien bei der Aufnahme, man interessierte sich in der Folge nicht um die Einhaltung der Kriterien und für schwierige Zeiten sorgte man nicht vor. Man wollte damals, man will heute "guter Europäer" sein, da passen harte weil notwendige Schnitte nicht ins Konzept. Bereits damals wurden die richtigen Fragen gestellt, bis heute will die Politik keine Antworten geben. Bürger, kauft Euch Fernseher, geht auf Reisen, die Zeiten der Geldwertstabilität sind vorbei...

    PS: Nur zur Erinnerung: Derzeit fließt effektiv ne Menge deutsches Geld, obwohl man uns erzählt hat, man stehe eben nicht für die Schulden der anderen ein. Dazu übernimmt Deutschland einen Großteil der Ausfallgarantien. Sollte es zu einer Staatspleite kommen, werden die angeschlagenen Länder wohl kaum in der Lage sein, ihren Anteil an den fällig werdenden Garantien zu bezahlen, den übernehmen dann ebenfalls die Staaten, die am Markt noch weitere Schulden aufnehmen können, also wir.

    Übrigens: Dieses Geld dient derzeit nur dazu, die betroffenen Staaten und damit den € als solches zu retten - von Sparen zwecks Zurückfahren der Schulden reden wir noch gar nicht...

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    Der Unsinn vom Josefspfennig

    Gestern Abend konnte man im Fernsehen einen leibhaftigen Börsenmakler sehen, der die Geschichte vom Josefspfennig zum Besten gab als Beispiel, warum Zinsgeschäft moralisch verwerflich sei: Wenn der Vater des Jesus von Nazareth damals bei einer Volksbank ein Sparbuch mit gesetzlichem Zins (so um die 2 Prozent) und mit einer Einlage von 1 € aufgemacht hätte, dann würde ihm heute quasi die ganze Welt gehören. Wie abscheulich!

    Ich hätte nicht gedacht, daß jemand "vom Fach" so einen Unsinn verzapfen kann! Und das in aller Fernsehöffentlichkeit auch tut.

    Spielen wir die Szenarien doch mal durch: Jedes Jahr wären Josef also 2 Prozent Zinsen gutgeschrieben worden, von denen er nach deutschem Steuerrecht so durchschnittlich 25 Prozent Steuern zahlen müsste. Rechnen wir noch eine moderate Inflationsrate von 1,5 Prozent aufs Kapital dazu, dann hielte der gute Josef nach einem, hundert oder eben auch zweitausend Jahren den Gegenwert von eben einem € in der Hand. Sollte die Bank zwischendurch Pleite gegangen sein, einige Weltwirtschaftsrezessionen den Wert des Geldes vernichtet haben oder gar durch Krieg in Judäa die Volksbank völlig unvorhersehbarermaßen ausgeplündert worden sein, dann stände Josef heute ohne irgendeinen Cent da - nada, niente, nix! Mal ganz davon abgesehen, daß Josef 2000 Jahre lang von seinem € ganz und gar nichts gehabt hätte, außer dem guten Gefühl, seinen Ururur(...)enkeln im Jahr 2011 etwas Geld vermachen zu können...

    Also gut, lassen wir die Inflation, die Steuer und meinetwegen auch die Unwägbarkeiten des Lebens (Krieg, Pleiten) mal weg und lassen unseren Kapitalisten tatsächlich mal 2 Prozent verdienen. Mit 20 eröffnet er also ein Sparbuch bei der krisenfesten judäischen Voba, als er mit 75 stirbt hat sich das Kapital tatsächlich verdreifacht (ja, doch soviel...). Er selbst hat von seinem € allerdings nichts gehabt, die Enkel freuts auch nur recht beschränkt, denn bis zum Jahr 2011 darf das Kapital ja nicht angegriffen werden. Allerdings hätte der Ausbeutereuro in der Zwischenzeit eine Menge Leute satt gemacht: er hätte nämlich "gearbeitet": Unternehmer leihen sich das Geld, um damit Geschäfte zu betreiben, diese sind Voraussetzung für Arbeitsplätze, also Einkommen von vielen Menschen, die darauf angewiesen sind. Ohne das Kreditgeschäft würde keine Wirtschaft funktionieren, nirgendwo. Selbst der Luxus, den erfolgreiche Unternehmer sich gönnen können, schafft Arbeit, schafft Einkommen: ganze Industrien leben ausschließlich davon, eben diesen Luxus zu produzieren. Von den gezahlten Steuern baut die Gesellschaft Straßen, beschäftigt Lehrer und zahlt Hartz IV. So gesehen wäre Josefs "Investition" sicherlich ein gottgefälliges, ein sehr soziales Werk!

    Aber wie wir ja von Mr. Dax (der von eben genau diesen bösen Spekulanten sein Brot nimmt) lernen: das ist alles böse. Unser treuer Josef legt also seinen € für schlechte Zeiten unters Kopfkissen. Ein gutes Gefühl, kein Kapitalist zu sein, nicht wahr? Etwa 80 Generationen später finden seine Erben voller Freude den nicht ausgegebenen und moralisch sauberen € (oder das was wertmäßig nach aller zweitausendjährigen Inflation noch davon übrig geblieben ist). Den finden sie aber nur, wenn das Haus zwischenzeitlich nicht abgebrannt und Josef samt Erben nicht beklaut worden ist.

    Einen € finden sie, etwas angestaubt, aber immerhin: ein Euro.

    Nun sage mir, Börsenmakler, welchen Josefseuro wünschen wir uns sinnvollerweise: den, der unter dem Kopfkissen verschimmelt oder den, der arbeitet, Ertrag bringt, Menschen ernährt?

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    Facebook und Amazon, Apple und Microsoft, Google und Yahoo:

    Kann man mit Internet-Aktien Geld machen?

    Die Antwort ist: natürlich, wenn man beim Start dabei war, wenn man beteiligt war als es noch kleine Firmen waren, als der Wert der Firma mit dem rasanten Wachstum des Geschäfts Schritt halten konnte.
    Heute sind diese Firmen erwachsen, sie sind groß, etabliert, die Konkurrenz drängt, der Wertzuwachs ist ins Stocken gekommen. Und trotzdem reißen sich alle um ihre Aktien.
    Aber lohnt sich das wirklich? Ein interessanter Blick in die Charts...

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    arme VIPs

    "Haben Sie auch durch die Rezession verloren?" fragt Bettina Boettinger mit Leichenmine in die Runde und die Teilnehmer nicken, man mag fast Mitleid mit den anwesenden VIPs haben. Es geht dabei keinesfalls um verlorene Arbeitsplätze, sondern um ihre Geldanlagen.

    Vielleicht hilft es, sich einwenig mit den simplen Fakten zu befassen. Anfang 2000 haussierte der DAX, um binnen 3 Jahren im Gefolge der Anschläge in New York auf ein Drittel abzustürzen. 4 Jahre brauchte es, den Markt auf die alte Höhe Anfang 2007 zu tragen, Ende des Jahres brach der Wert innerhalb von 14 Monaten auf die Hälfte ein. Im Sommer 2013 notiert die Börse wieder Höchstkurse.

    Wer Anfang 1998 "den deutschen Markt" kaufte, das war so mittig im Aufschwung, hat in 15 Jahren sein Kapital verdoppelt (Rendite: 6,5% pro Jahr!). Selbst wer beispielweise im Frühjahr 2000 zu Höchstkursen gekauft hat und bis heute Geduld hatte, hat aktuell (September 2013) ein rundes Prozentpünktchen pro Jahr Gewinn gemacht, wer günstige Einstiegskurse zum Nachkaufen nutzte entsprechend mehr.

    Kapitalanlagen darf man nicht an ihren Höchstständen, sondern an ihren durchschnittlichen Einstiegskursen messen. Und die kann man mit regelmäßigen Nachkäufen, insbesondere bei niedrigen Kursen massiv drücken. Und manchmal muß man sich auch von seinen Aktien trennen - wers nicht tut, sollte sich nicht als Opfer gerieren: Bei Gewinnen jenseits jeden festverzinslichen Wertpapiers ist das lächerlich.

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    Bachs Toccata und Fuge

    Ich halte ja sonst nicht viel von YouToube, Last.fm und Co und schon gar nichts von elendlangen Linklisten, aber ich bin gerade über ein paar schöne Interpretationen von Bachs Toccata und Fuge in D moll gestolpert, die ich Euch nicht vorenthalten möchte: Das Original zum Mitlesen, die Version von Sky aus 1980 und die von Vanessa Mae - i love it!

    Mein derzeitiger Favorit ist aber La Traviata aus dem Hauptbahnhof in Zürich, während des laufenden Betriebs vom Schweizer Fernsehen in Szene gesetzt - wow!

    Und dann gibts offenbar Leute, die aus nervigen Nokia-Klingeltönen Fugen komponieren, oder eben Walzer, ein wunderbarer Spass...

    "Meine" Lyrics...

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    Wissen Sie, was ein Nauvopfo ist?

    Diesertage lag ich vor der vierten Box von Land aus gesehen, die Vorleine bereits am Ablegepfahl, die Segel oben, es war nur noch das Procedere zu klären. So bitte ich den Boxnachbarn, ebenfalls Segellehrer, dem sogar noch ein Besatzungsmitglied fehlte, noch 1 Minute zu warten - die hätten wir nichtmal gebraucht. Doch der schiebt sein Boot aus der Box so daß wir zwischen Stegen, Land und Nachbarn eingeklemmt liegen. "Du kannst das schon!" ruft der Nauvopfo herüber mit einem triumphierenden Grinsen im Gesicht, denn er hat Aussicht auf ne große Show: Die Rudergängerin hat die Wahl, wo sie den Schaden anrichten will, am eigenen Boot, am Land, an den gegenüberliegenden Stegliegern, das Chaos ist programmiert. Dabei gehts wohl kaum darum, daß ich das Manöver schadlos überstehe, sondern daß die Azubine ablegen lernt. Das Manöver gelingt trotzdem, wenn auch knapp.

    "Du kennst ihn doch" antwortet mir schulterzuckend Sandra, der ich das unsportliche Verhalten des Nauvopfos klage. Ich halte nichts davon, im Gegenzug seine Ablegemanöver zu kommentieren, ihn auf außenbordsschwimmende Leinen lautstark aufmerksam zu machen ("Beißen sie?") wie er es tut oder mich über einige andere seiner Unkollegialitäten aufzuregen - solche Nickeligkeiten gehören nicht in eine Schulung. Mir reichts zu wissen, daß wir von Nautischen VollPfosten kein kollegiales Verhalten zu erwarten haben...

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    Weihnachtsgeschenkstress

    Wenn das Fest der Freude droht, zermartert man sich den Kopf nach Dingen, die phantasievoll, nützlich, überraschend sind und über die sich die Beschenkten vermutlich wirklich freuen. Dinge, die nicht im Regal verstauben. Wie z.B. meine Kognakschwenker vom letzten Jahr. Oder die ungelesenen Bücher, die mittlerweile in einer Bananenkiste auf den nächsten Adventsbasar der Johanniter warten...

    17 ist die magische Zahl, darauf ist die der 'Geschenkberechtigten' bei mir mittlerweile angewachsen (von den Weihnachtskarten-schreibberechtigten gar nicht zu reden). Alle wollen mir was schenken. Und natürlich will keiner von mir was geschenkt haben. Daß mich dieses Ungleichgewicht aus der seelischen Verfassung bringt, dafür hat aber niemand Verständnis. Wie Du mir so ich Dir.

    Und so irre ich also durch die Straßen der Stadt auf der Suche nach phantasievollen, nützlichen und überraschenden Dingen, ‚kleine' Aufmerksamkeiten, über die die 17 Beschenkten hoffentlich in weihnachtliche Extase geraten.

    Dabei habt Ihr doch alles. Was Ihr braucht kauft Ihr, und genauso ists bei mir. CDs und Kochutensilien sind angeblich phantasielos, Pralinen gibt's Weihnachten kiloweise, Bücher verstauben im Regal.

    Versteht denn niemand, daß dieser wie-Du-mir-so-ich-Dir-Geschenkstress alles andere als weihnachtlich, sondern ziemlich belastend ist? Ist es denn so schwierig zu verstehen, dass ich mir ganz andere Dinge von Euch wünsche, über die ich mich wirklich und echt freue, das ganze Jahr über, und die es eben nicht für Geld zu kaufen gibt?

    Immerhin, meine Schwester stellt es pragmatisch an. Sie fragt, was ich mir denn wünsche. Auf meine Antwort "Deine Freundschaft!" zieht sie grinsend ein Gesicht und retourniert so vorhersehbar wie unerschütterlich: "Nun mal ehrlich: was kannst du brauchen?" Was soll ich da sagen? Soll ich mir von ihr eine Altersversorgung wünschen? Oder wenigstens ein Auto? Einen Skiurlaub? Eine größere Wohnung? Zahnkronen?

    Ich fürchte, im Januar werd ich neue Unterhosen selbst kaufen müssen. Falls mir Weihnachten noch etwas Geld dafür lässt...

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    einwenig aktuelle Statistik

    Erwerbstätige

    Offene Stellen

    Arbeitslose

    Bruttoinlandsprodukt

    Produktionsindex

    Auftragseingang

    DAX

    Verbraucherpreise

    Reallöhne

    Mehr gibts hier.
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    Bürgergeld

    Warum macht man nicht ein einfaches integriertes Beihilfe- und Steuersystem, das Anreize schafft, Geld hinzuzuverdienen. Jeder versteht eine Formel, die das schafft: Brutto/2-5000. Wer nichts verdient, bekommt gut 400 € monatlich, dafür fallen alle Transferleistungen, Harz IV, Kindergeld und Kinderfreibetrag, Wohngeld, Pendlerpauschale usw. und damit die ganze Bürokratie weg. Die Beantragung ist einfach und kosteneffizient, weil die Bedürftigkeitsprüfung bei jeder einzelnen Leistung entfällt. Von jedem verdienten € gehen die Hälfte an Staat und Sozialversicherungen. Familien würden zusammen veranlagt. So erhielte eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern 1250 € netto. Sie müßte mehr als 2500 € verdienen, bevor sie einen einzigen Cent zahlen müßte.

    So eine Regelung kann jeder verstehen, ist gerecht, effizient und reizt dazu an, eigenes Geld zu verdienen. Die FDP propagiert sowas als Bürgergeld.

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    Können wir uns das leisten?

    Deutschlands einziger Rohstoff, so heißt es, sei die Bildung. So fragt man sich, ob wir es uns wirklich leisten können, einen einzigen jungen Menschen, der bildungsfähig und bildungswillig ist, vom Studium abzuschrecken. Stattdessen erheben wir Studiengebühren. Die tagesschau meldet, im Vergleich zu 2003 habe es 2007 wegen der starken Abiturienten-Jahrgänge bundesweit zwar 17 Prozent mehr junge Menschen mit Hochschulreife, gleichzeitig aber fünf Prozent weniger Studienanfänger gegeben.

    Wollen, können wir uns das wirklich leisten??

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    Kann man es eigentlich verantworten, Kinder in die Welt zu setzen?

    Wir hinterlassen unseren Kindern eine Staatsverschuldung, die sie selbst nicht abtragen können. Real ist mindestens jeder sechste Bürger auf der Suche nach Arbeit, die Kinderarmut nimmt zu, unser Bildungssystem kann nicht einmal die Grundrechenarten, Lesen & Schreiben mehr vermitteln - wenig Aussicht auf Besserung. Die Kosten für unseren Wohlstand bei Energie, Nahrungsmitteln, Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung explodieren, die Leistungen aus der Sozialversicherung müssen kontinuierlich zurückgefahren werden.

    Vogelgrippe und Rinderwahnsinn, Norovirus und antibiotika-resistente Viren (MRSA), Malaria und AIDS, Marburg- und Ebola, einer schlimmer als der andere. Die moderne Pest des 21. Jahrhunderts.

    Erdöl, Erdgas und Kohle lassen die Polkappen schmelzen, der Treibhauseffekt verursacht gravierende Klimaveränderungen, fällt gar der Golfstrom aus wirds bitterkalt in Europa. Das Erdöl, auf dem sich wesentlich unser Wohlstand gründet, geht dem Ende zu. Von Überbevölkerung und Armutsflüchtlingen, weltweitem religiös-fundamentalem Terror und Atombombenproblematik gar nicht näher zu reden.

    Das Erdmagnetfeld wird zusehends schwächer, die Ozonschicht dünner, der nächste Sonnenpartikelsturm könnte die weltweite Stromversorgung dauerhaft lahmlegen. Und zudem erwarten wir 2029 Apophis, ein Asteroid, von dem uns die immer ehrliche Nasa versichert, daß er die Erde nach derzeitigem Wissensstand mit weniger als einem Zehntel des Mondabstands (!) verfehlen und der Untergang unserer Zivilisation wohl ausfallen wird (was soll sie auch anderes sagen?).

    Mir scheint: Die Antwort ist nein...

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    Ich hab ein Problem mit Ragna

    Kennen Sie Ragna Yogeshwar? Den Wissenschaftsjournalisten des WDR, der es immer wieder versteht, uns die Natur so nahe zu bringen? Und der immer so böse guckt, wenn er über richtiges und falsches Verhalten philosophiert. Sein Ziehvater, Jean Pütz, konnte immerhin zu Fuß zum Studio laufen, Ragna wohnt dagegen schön außerhalb im Grünen, da wo garantiert kein Bus zum WDR fährt. Wie kommt er wohl täglich zu seinem Arbeitsplatz?

    Nicht weit entfernt liegt der Petersberg, oben drauf ein abgeschiedenes Hotel der besseren Sorte, und ausgerechnet dort moderiert Ragna eine Umweltsendung anläßlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an Al Gore, eingeladen u.a. Ex-Umweltminister Töpfer. Oh weih, der Welt gehts soooo schlecht. Und nun fragt man sich: Wieviele Leute saßen wohl in Yogeshwars oder Töpfers Auto, das sie zum Ende der Straße transportiert hat? Warum muß Phoenix einen abgelegenen Ort für eine Umweltdiskussion nehmen, zu dem das eingeladene Publikum, rund 200 Köpfe, jedenfalls nicht mit ÖPNV anreisen kann?

    Ragna tritt bei Kerner, bei Beckmann auf - nein, er läßt sich nicht aus Köln zuschalten, er reist hin! Wie ist er da wohl hingekommen?

    Bei hart aber fair aus Köln gings auch um die Umwelt - wen haben die da eingeladen? Den Förster aus Falkenau, Christian Wolff. Der philosophiert heftig und aus voller Brust über richtiges und falsches umweltgerechtes Verhalten. Und wo kommt der her? Vom Chiemsee. Geflogen, was sonst?!

    Schöne Vorbilder seid Ihr. Unserer Welt solls schlecht gehen? Solange Ihr Euch kein bißchen erkennbar einschränkt kanns unserer Welt nicht so schlecht gehen. Warum sollte Otto-Normalverbraucher sein Verhalten ändern, wenn die medialen Vorbilder es erkennbar nicht nötig zu haben glauben?

    Nur damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich habe mit Ranga persönlich kein Problem, im Gegenteil, ich bewundere ihn ein Stück weit, aber mir geht es ums Prinzip: Wer Wasser predigt, aber offenbar Wein trinkt, muß zumindest erklären, warum es unbedingt Wein sein muß. Sonst ändert sich gar nichts.

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    berühmter Abfalleimer

    Fremder, kommst Du nach London, dann fahr nach Greenwich zum Observatorium, dort wird man Dir einen in den Boden eingelassenen Balken zeigen, und wenn Du Dich darauf stellst, seist Du angeblich gleichzeitig in der westlichen und östlichen Hemisphäre, denn der Balken symbolisiere den sog. Nullmeridian, so wird man Dir erzählen. Ein paar Schritte westlich davon wird man Dir andere Balken zeigen, die Nullmeridiane nach anderen Systemen darstellen. Aber wenn Du Dich mit Deinem GPS-Gerät genau auf den Balken stellst, von dem Du in der Schule gelernt hast, daß es der Nullmeridian sei, und der eben durch das Teleskop der Sternwarte geht, dann stellst Du verwundert fest, daß Du Dich bereits etwa 102,5m im westlichen Teil der Erde befindest!

    Rufe laut aus "Skandal!!" und laufe nach Osten, laufe bis Dein GPS, eingestellt auf das heute gebräuchliche Vermessungssystem WGS84, Dir den Nullten Längengrad anzeigt, und Du wirst feststellen, Du befindest Dich am unscheinbaren Kreuzungspunkt zweier Wege auf einer großen Wiese, ca. 100m östlich des Ortes, wo man den Unwissenden erzählt, hier sei der Nullmeridian zu finden. Und ist dieser Nullmeridian wenigstens vernünftig markiert? Natürlich nicht, das würde ja das schöne Geschäft am Teleskop zunichte machen. Zwei Mülleimer hat man dort passenderweise aufgestellt, und Bilder von diesem Skandal gibts im ganzen Internet nicht zu finden.

    So sind Norbert und Christian Grützner diesertage hingefahren, um diesem Mißstand ein Ende zu bereiten. Sie haben dokumentiert was nicht zu Leugnen ist: Der aktuelle Nullmeridian geht gar nicht durch das Teleskop, sondern über eine profane Wiese.

    Und nun kommt die Preisfrage: Warum ist das so??

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    Kein Mitleid

    Allüberall werden Preise verliehen. Und wenn man nun selber keinen bekommt - warum auch immer - muß man halt einen aussetzen. Also: Ich setze einen Preis aus, den "Satz-heisse-Ohren-Preis" für diejenigen, die sich nicht nur selbst, sondern auch andere wegen exzessiver Dämlichkeit in Gefahr bringen.

    Keine Anwärter auf diesen Preis sind etwa die 11 Bergsteiger, deren 'Kampf mit der Gefahr' tatsächlich letal endete, alles Profis wie man hört, die vom zweithöchsten Berg der Erde (deshalb heißt er K2) neulich nicht zurückkehrten. Wie eine ganze Reihe von Schicksalsgenossen vor- und wie zu befürchten ist wohl auch nach ihnen begaben sie sich sehenden Auges in die Gefahr, erlebten den 'Thrill', die Grauzone zwischen Leben und Tod, die sie letztlich ersteres kostete und letzteres beschied. Ich finds gut, daß man ihnen keine Bergungsteams mehr hinterherschickt, wenn ihr Nichtleben anzunehmen und die Bergung neue Gefahren für die Helfer bedeuten würde. Ich stelle mir vor, wie zukünftige Steiger auf dem Weg zum Gipfel des Mount Everest, der Eiger Nordwand oder eben des K2 an einer ganzen Schar erfrorener Gestalten vorbeiziehen; das scheint mir Strafe genug.

    Auch ablehnen mußte ich die Frau, die 'eben noch schnell die Straßenbahn erreichen' wollte und dafür bei rot die Fußgängerampel zu überqueren gedachte. Dabei erwischte sie ein Reisebus frontal und sie fand sich wenig später schwerverletzt auf der Intensivstation eines Bonner Krankenhauses wieder - selbst schuld. Sie gefährdete keine Dritten und kam daher für meinen Preis ebensowenig in Betracht wie für den berüchtigten Darwin-Award, der an nicht mehr unter uns Lebenden Weilende vergeben wird.

    Mein Mitleid hält sich in Grenzen, wenn ich in der Zeitung von Diskounfällen lese und im Fernsehen Autowracks gezeigt werden, die sich um Alleebäume herumwickelten. Das Risiko alkoholbedingten und zu schnellen Fahrens dürfte mittlerweile allüberall bekannt sein, auch bei Besuchern einschlägiger Diskotheken. Mein Mitleid beschränkt sich auf die Feuerwehrleute, die die menschlichen Einzelteile von der Straße abkratzen müssen. Und gilt besonders der Familie, die des nächtens plötzlich mit so einem alkoholisierten Geisterfahrer konfrontiert wurde: Frontalaufprall, 4 Tote abgesehen vom Unfallverursacher.

    Ein Anwärter für meinen Preis war dagegen der Motorradfahrer, der mit 180 Sachen durch ein Dorf auf der Flucht vor der Polizei bretterte, um einem drohenden Fahrverbot wegen Geschwindigkeitsüberschreitung zu entgehen. Sein Wahnsinnsritt endete - hoffentlich schmerzhaft - in einer Linkskurve, und leider nicht tödlich.

    Einen Satz heiße Ohren verdiente sich auch der vielleicht 18 Jahre alte Testosteronträger, dessen Kenterung ich vor einigen Jahren auf dem eiskalten Wasser eines Binnensees Anfang Mai beobachten mußte. Der Typ hatte keine Ahnung vom Segeln (wofür soll man es auch in einer Segelschule lernen?), trotz böigem 6er Wind reiste er ungerefft in den Abgrund. Seine offenbar schwer beeindruckte Freundin trug ebensowenig wie er eine Rettungsweste, ihre vielleicht 6 Jahre alte Schwester, die Sandra und ich aus dem eiskalten Wasser zogen, konnte nicht schwimmen...

    Nennenswert ist die Jugendgruppe, die diesertage 'bei Niedrigwasser' ins ostfriesische Watt wanderte und zu spät bemerkte, daß sich die Rinnen hinter ihnen zusehends füllten. Bis zum Hals im Wasser stehend und sich an einer Fahrwassertonne festhaltend konnte ein Rettungsboot sie schließlich aus der Gefahr bergen. Da sie sich lediglich selbst in Gefahr gebracht hatten, sind sie ebensowenig Anwärter auf den Satz-heisse-Ohren-Preis wie die Ausdauersportler, die diesertage zur Zugspätze joggden. Sie starteten bei bereits nur 15 Grad Außentemperatur im Tal; zuviele landeten mit schweren Unterkühlungen im Krankenhaus, es gab Tote.

    Die Schilder stehen nun wirklich überall am Strand
    Preisträger diesen Jahres ist auch nicht der Vater, der von Norderneyer Feuerwehrleuten aus der Brandungszone der Nordsee unter Einsatz ihres eigenen Lebens gezogen werden mußte, obwohl er alle Kriterien erfüllte. Er war abends nach Ende der bewachten Badezeit in die hohen Wellen mit seinen beiden Kindern und seinem Neffen gestiegen und hatte die Unterströmung unterschätzt. Auch die offensichtliche Abwesenheit des tagsüber anwesenden Rettungspersonals, rote Flaggen, Schilder mit deutlichen Aufschriften oder ein Holzkreuz beeindruckten ihn keine Spur. Erst als die vier es offenbar nicht mehr zum nahen Strand zurück schafften, gelang es ihm, um Hilfe zu rufen, seine Kinder einzufangen und sich selbst an einem ungehobelten Holzpfahl festzuhalten. Da der Bereich in der Wellenzone für Boote nicht zugänglich war (ein zu Hilfe gerufenes DLRG-Boot kam bei dem Versuch, zu den in Not geratenen vorzustoßen, zu Schaden) mußte sie ein Feuerwehrmann vom Strand aus angeleint in einer waghalsigen und lebensgefährlichen Aktion einzeln aus dem Gefahrenbereich zerren. Man kann sich die Strafe für solch dämliches Verhalten denken, wenn man weiß, was es bedeutet, 45 Minuten lang an einem groben Holzpfahl abwechselnd in die Höhe gerissen und sogleich wieder fallen gelassen zu werden: Arme und Brustkorb des Gemarterten müssen fürchterlich ausgesehen haben. Kein Mitleid.

    Im vergangenen Jahr kostete ein ähnliches Unterfangen eine 60jährige das Leben, sie war daher ungeeignet, meinen Preis entgegen zu nehmen. Aber auch der beschriebene Vater ist mit seinen fürchterlichen Abschürfungen genug gestraft. Preisträger diesen Jahres sind daher die Idioten, die an eben diesem Strandabschnitt sich abends in die Brandung werfen. Trotz roter Flaggen, trotz aufgestellter Warntafeln. Glauben die Leute wirklich, sie wären in einem Videospiel, das man einfach ausschalten kann wenns einem nicht mehr gefällt? Daß man drei oder vier 'Leben' hat? Und wenn die nicht reichen das Spiel einfach nochmal von vorne spielen kann?

    Game over. Kein Mitleid.

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    Deutschland - ein Bildungsland

    Diesertage erzählte mir ein frustrierter Unternehmer bei einem IHK-Empfang eine Geschichte, die ich im Internet nicht verifizieren konnte, aber sie passt gut ins Bild, und so möchte ich sie Euch nicht vorenthalten.

    Es war einmal eine metallverarbeitende Firma im Dunstkreis Hamburgs, die nicht glauben wollte, daß es für die Jugend, die von den Schulen ausgespuckt wird, keine Chancen geben sollte. Sie lobte in der lokalen Presse Ausbildungplätze für Haupt- und Realschüler aus und solche, die keinen Schulabschluß geschafft hatten. Sie veranstaltete in den umliegenden Kreisstädten Informationsabende, zu denen gut 1000 Interessierte kamen, und machte den Jugendlichen das Angebot eines Ausbildungplatzes nach Absolvierung eines allgemeinen Tests; Schulzeugnisse sollten keinen Einfluß auf die Einstellungsentscheidung haben. Wer den Test auf Anhieb nicht schaffte, bekam auf Wunsch ein halbes Jahr Unterricht in den Basisfähigkeiten und dann eine zweite Testchance zugesagt, allerdings bis dahin ohne Azubi-Gehalt, dafür mit freier Verpflegung und Übernahme eventuell anfallender Fahrtkosten.

    In der Folgezeit gingen gut 400 Bewerbungen bei der Firma ein, alle Bewerber wurden zum Einstellungstest geladen, knapp 300 erschienen auch dazu. Die Teilnehmer mußten einen Text lesen und anschließend vergleichsweise einfache Verständnisfragen dazu mündlich beantworten. Sie sollten aus einem Reisebericht vorlesen, ein Foto schriftlich beschreiben und bekamen einen Text aus einem Schulbuch der siebenten Klasse diktiert. Eine Konzentrationsaufgabe und einige Kopfrechenaufgaben in den Grundrechenarten dürften die 'schwierigsten' Testteile gewesen sein. Abschließend mußten die Anwärter bei einem 1000m-Lauf die Mindestzeit für Senioren jenseits der 80 Jahre beim Sportabzeichen (8 Minuten) erfüllen.

    Und dann war da noch die Bank, die ihren Trainees (das sind die mit akademischem Abschluß) versuchsweise die Fragen des deutschen Einbürgerungstest vorgelegt hat. Das Ergebnis muß verheerend gewesen sein...
    Nichteinmal 50 Bewerber bestanden den Test, die Firma übernahm alle die bestanden hatten; von den Durchgefallenen erschienen weitere 28 zur ersten Schulstunde, nach drei Monaten wurden die vier, die bis dahin durchgehalten hatten, ohne weiteren Test übernommen und füllten die Lücken derjenigen, die bis dahin ihre Ausbildung bereits geschmissen hatten.

    Nach drei Jahren Ausbildungszeit meldeten sich 16 zur Abschlußprüfung an, fast alle bestanden und wurden übernommen, darunter alle vier Nachzügler...

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    Umwelt paradox

    Die Bundesregierung verzichtet darauf, die Mineralölindustrie zu zwingen, den Treibstoff mit 10 Prozent aus erneuerbarer Energieträgern anzureichern. Bei der derzeitigen Regelung, die einen Anteil von 5% vorsieht, bleibt sie jedoch, obwohl dieser zum Teil im weit entfernten Ausland eingekauft werden muß, da es hier nicht genügend davon gibt.

    Wenn sich ein Weg als falsch erweist, warum geht man dann nicht auf ihm zurück? Warum streicht die Regierung die 5%-Klausel nicht? Man müßte zugeben, daß man sich geirrt hat, das fällt jedem Politiker schwer, aber wollen wir uns, können wir uns solche Arroganz gegenüber den Fakten wirklich leisten?

    Biosprit ist alles andere als umweltfreundlich. So muß in seine Produktion bis zu 80% fossile Energie gesteckt werden. Das in Ostasien produzierte Palmöl muß nicht nur um die halbe Welt geschippert werden, für die Produktion werden wertvolle Regenwälder z.B. in Malaysia und Brasilien nutzlos abgefackelt; von der Vernichtung des Lebensraums von Mensch und Tier und der dadurch verursachten CO2-Belastung gar nicht zu reden. Bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln wird Lachgas (N2O) erzeugt, ein 300% gefährlicherer Ozonkiller wie CO2. Auf den dafür genutzten Flächen bzw. die darauf erzeugten Nahrungspflanzen stehen nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung, der Preis für Nahrungsmittel wird weltweit in die Höhe getrieben.

    Um es deutlich zu sagen: Ökosprit ist genausowenig eine sinnvolle Alternative zu Erdöl wie Uran eine für Kohle und Gas ist: Alle genannten Energieträger machen abhängig, sind knapp und teuer und produzieren allesamt mehr Umweltschäden als wir uns leisten können.

    Dabei sind wir doch eigentlich auf einem guten Weg: Diesertage wies unser allseits geschätzter Bundesfinanzminister darauf hin, daß er trotz gestiegenem Energiepreis weniger aus der Energiebesteuerung einnehme als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Mit anderen Worten: Es wird weniger Energie verbraucht. Offenbar hat der Spritpreis ein Niveau erreicht, bei dem auch eingefleischte Brötchen-hol-autofahrer ans Nachdenken kommen. Aber immer noch sitzen nur in jedem vierten Auto mehr als eine Person. Da ist noch viel an Effizienz herauszuholen, allerdings müssen wir alle uns dafür bewegen, unser Verhalten ändern. Man darf gespannt sein, ob ein Spritpreis jenseits der 2 € zu vermehrten sinnvollen Alternativen führen wird. Erste Interviews an Tankstellen lassen jedoch befürchten, daß es genügend Gründe dagegen gibt solange er nicht mindestens die 3-Euro-Marke überschritten hat...

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    Europa ohne die Iren

    Diesertage traten die Europaskeptiker im Europäischen Parlament recht respektlos in T-Shirts auf, auf denen in großen Lettern "Respect the Irish Vote!" zu lesen war. Recht haben sie. Auch wenn es schwer fällt sich ein Europa ohne die Iren vorzustellen, sollte man den Wunsch einzelner Völker respektieren, nicht weiter mitmachen zu wollen. Es kann doch nicht angehen, daß weniger als 1 Prozent der EU-Bürger den Reformfortschritt der Übrigen vereiteln. Die Iren sollten vom EU-Zug abspringen dürfen - es dürfte kaum zu ihrem Vorteil sein.

    Allerdings wirft das irische Nein doch ein paar Fragen auf: Wie steht es mit der Zustimmung der übrigen Völker? Würde sich etwa eine Mehrheit der Deutschen für ein Europa der 27 Partikularstaaten, für eine unübersichtliche Bürokratie, für einen Verfassungsvertrag aussprechen, der den nationalen Parlamenten wenig mehr als ein Recht auf Abnicken Brüsseler Entscheidungen ließe? Sollen unsere Politiker ernsthaft ein Europa stricken, dem die Bürger mehr als skeptisch gegenüber stehen, dem die demokratische Legitimation fehlt?

    Man traut sich ja kaum, in der Nachbarschaft herumzufragen, wer zufällig einen Vertragstext sein eigen nennt, wenigstens eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte besitzt, gar Auskunft geben kann, was in diesem Kovolut an Neuerungen für uns Europäer wichtig ist; die bundesdeutsche Regierung hat es kaum für nötig befunden, für den letztlich schmählich durchgefallenen Verfassungsentwurf oder gar den als Plan B gedachten Lissabon-Vertrag bei den eigenen Bürgern zu werben - warum auch?!

    Es mag Gründe dafür geben, alle Staaten diesseits des Urals aufzunehmen, aber dies plausibel zu erklären hat sich kein EU-Politiker bislang die Mühe gemacht. Und wenn wir schon vom Ural sprechen, was ist mit Rußland? Was ist mit den Mittelmeeranrainern? Kann man es den EU-Bürgern verdenken, daß sie von Jahr zu Jahr mißtrauischer gegenüber ihren gewählten Volksvertretern werden, die sie in eine europapolitisches Abenteuer nach dem anderen stürzen, ohne eben diese Europäer davon zu überzeugen, daß dies sinnvoll ist. Wo soll das enden?

    Es hat offenbar nicht gereicht, daß der Verfassungsentwurf in einigen durchaus europafreundlichen Kernländern durchgefallen ist, man hat nicht daraus gelernt, daß Erklärungs- und Begeisterungsbedarf besteht. Stattdessen hat man sich der Illusion hingegeben, man könne an Europa weiterstricken ohne eben den Souverän, die eigenen Bürger mitzunehmen. Nun ist der Katzenjammer groß, doch statt nun endlich die Europäer zu begeistern (was Mühe und viel Geld kosten würde), befragt man die Juristen, wie man sich um die Hürden des irischen Neins herumdrücken kann - was für ein Demokratieverständnis! Kein Wunder, daß Polen, die Tschechei und nun wohl auch Österreich die Notbremse ziehen. Ein Haus, das auf solch brüchigem Fundament steht, wird wohl kaum lange Obdach gewähren. Der europäische Einigungsprozess muß grundlegend überdacht werden; schade, daß dafür erst ein Nein in einem der kleinsten Mitgliedsstaaten erforderlich war.

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    Hauptschule abschaffen??

    Bernhard Vogel (in der Zeit vom 3.4.08, Seite 68):
    "Ich denke, dass man in Rheinland-Pfalz einfach das Schild Hauptschule abmontiert, aber die Probleme der Hauptschüler damit überhaupt nicht löst. Es ist eine deutsche Eigenart, dass wir uns furchtbar gerne über Schilder streiten, und darüber Wahlkämpfe führen, aber über die Frage, welche Förderung ein Hauptschüler nun wirklich braucht, höre ich nichts. ...
    Das sind doch keine Reformen. Das ist Etikettenschwindel. Ich möchte, dass wir endlich wegkommen von dem Streit, wie wir die Schulen nennen, ob Gesamtschule, integrierte Gesamtschule, Regelschule, Realschule plus. Es ist unsere Pflicht und Schuldigkeit, die Fähigkeiten und Anlagen unserer Kinder optimal zu entwickeln."

    Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

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    Jugend- und Ausländerkriminalität

    Ob Roland Kochs oder Strucks Ausfälle, auf beiden Seiten fallen harte Worte - beiden ist verbale Abrüstung zu raten wenn es ihnen denn um die Sache ginge.

    Darf man denn Kriminalität zum Thema machen ohne der Unseriösität und Tendentialität geziehen zu werden? Koch fordert schärfere Gesetze, was alle Insider ablehnen mit dem Argument, daß die Höhe der Strafe für die Straftäter, egal ob Ausländer oder Jugendliche (oder beides), bei der Begehung der Straftat keine Rolle spielt. Umgekehrt rufen Kochs Gegner reflexartig nach mehr Integration ohne zu sagen, wie sie die konkret erreichen wollen. Mit anderen Worten: Die Debatte geht offenbar gar nicht um die Sache.

    Fünf Defizite prägen die Tätergruppen: Reden, lesen, schreiben, rechnen und Konsequenz. Es ist eine Schande, daß nach mindestens 9 Jahren Schule unser 'modernes' Bildungssystem keine ausreichende Sprachkenntnisse zu vermitteln in der Lage ist, daß Texte gestammelt statt flüssig gelesen geschweige denn verstanden werden, daß die Kids Egoshooter perfekt beherrschen, nicht aber eine fehlerfreie email geschweige denn einen Brief aufsetzen können und schließlich bei der schriftlichen Addition von 2,60 und 2,80 € Beträge unter 5 € heraus bekommen. Und daß sie offenbar völlig verwundert sind, wenn sie für etwas bestraft werden, was 10 Monate zurück liegt, daß ihr Handeln überhaupt Konsequenzen für sie hat, wenn man ihrer habhaft wird.

    Wollte man sich um die Ursachen der Kriminalität kümmern, muß man Geld in die Hand nehmen, es müssen Stellen in Schule und Justiz geschaffen werden. Ginge es um die Sache, müßte Koch mehr Richter, Statsanwälte, Polizisten, Lehrer fordern - alles Ländersache, nichts könnte ihn als Ministerpräsidenten eigentlich daran hindern, außer daß er seine Forderungen nicht finanzieren kann und womöglich bei der nächsten Wahl beim Wort genommen werden würde. Umgekehrt sind die sozialdemokratisch regierten Länder nicht dafür bekannt, genau an diesen Baustellen viel Geld zu investieren.

    So bleibt der schale Eindruck, daß hier von beiden Seiten mit einem ernsthaften Thema Schindluder getrieben wird; Kriminalität wird man so eher kaum bekämpfen, dafür Politikfrust erzeugen - ist es das wert?

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    Nobelpreis schal

    Al Gore und das IPCC haben den Friedensnobelpreis 2007 entgegen genommen, das ist gut so. Brandreden sind gehalten wollen, so daß einem Angst und Bange werden soll. Die Welt hat Fieber, liegt schwerkrank darnieder, es ist nicht zu spät, es muß sofort etwas getan werden usw. Über was das etwas sein soll, wird gerade in Bali - wie treffend: am anderen Ende der Welt - diskutiert (allein Bundesumweltminister Gabriel sorgt für 3,2 Tonnen CO2 bei seinem Trip dorthin; klar, daß er auch da sein muß).

    Nun sollte man doch denken, die Fernsehpersönlichkeiten, allen voran die Geehrten, würden mit gutem Vorbild vorangehen, damit jeder sieht: Es geschieht etwas. Aber ist das so?

    Natürlich nicht, es gibt genug Ausreden, warum niemand bei sich selbst anfängt. Da wird z.B. zur Feier der Preisträger ein riesiges Konzert veranstaltet, eine Fete mit Alicia Keys, Annie Lennox, Kyllie Minogue, Melissa Etheridge, Earth, Wind & Fire, KT Tunstall, nicht zu vergessen Juanes aus Kolumbien und Junoon aus Pakistan, moderiert von Uma Thurman und Kevin Spacey - alles bekannte Norweger, nicht wahr? Hat man keinen Moderator gefunden, der nicht per Flieger anreisen mußte, keine heimischen Musikgruppen? Man mag ja gar nicht ausrechnen, wievielen Kindern man in der Dritten Welt für die Kosten der Fete eine Mahlzeit hätte spenden, medizinische Versorgung angedeihen, eine Schulbildung finanzieren, das Überleben gewährleisten können, wieviel CO2 sich allein bei der effizienten Ausrichtung dieser Veranstaltung hätte einsparen lassen, wäre es den Veranstaltern wichtig gewesen - wie glaubwürdig sind alle Brandreden, wenn die Protagonisten Wasser predigen und Wein trinken?

    Es liegt offenbar ein grundlegendes Mißverständnis vor: Das Thema Umwelt ist für die Menschen der westlichen Welt durchaus präsent, aber die VIPs haben es nicht nötig, sich entsprechend zu verhalten. Al, Du hättest ein Zeichen setzen können, Du hättest diesen Unsinn demonstrativ absagen sollen, das wär unangenehm gewesen, aber die Leute würden merken, daß Du meinst was Du sagst. So bleibt nicht nur von dieser Veranstaltung ein schaler Geschmack.

    Schöne Vorbilder seid ihr!

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    Zeit für Mindestlohn

    Ohne Zweifel der Sündenfall für CDU und FDP. Tarifautonomie, die Unabhängigkeit von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, die heilige Kuh der Marktwirtschaft, so ist zu hören wäre geschlachtet, würde der Staat den low-earning-Bereich regulieren. Minijobs würden massenhaft ins Ausland verlagert, so drohen die Arbeitgeber.

    Begreifen die Gewerkschaftsfunktionäre eigentlich nicht, daß sie mit ihrer Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn letztlich ihre Mitglieder vertreiben?
    Warum sollte man noch Mitglied einer Gewerkschaft sein, wenn die Arbeitsbedingungen vom Staat gestaltet werden?
    Wo es keine Tarifautonomie mehr gibt, sind Gewerkschaften überflüssig.
    Die gefährlichste Kavallerie ist die Garde der Prinzipienreiter, weil man mit Prinzipienreiterei Grundsätze zu Tode schindet. (Paul Dahlke) Es ist keineswegs sozial-marktwirtschaftlich, wenn Briefzusteller unter 6 € verdienen und das Porto dadurch auf ein paar Cent gedrückt wird. Wenn Hotelzimmer für weniger als 4 € die Stunde gereinigt und das restliche zum Überleben notwendige Geld den Sozialkassen entnommen wird. Wenn Friseure 8 Stunden am Stuhl stehen und weniger als Hartz IV (fürs Nixtun) bekommen. Daß diese Jobs nach Rumänien oder ins ferne China ausgelagert werden kann niemand ernsthaft behaupten.

    Nicht immer lohnt es sich, die Regeln unserer Nachbarn zu übernehmen, aber Frankreich und England hat der Mindestlohn offenbar nicht geschadet. In Deutschland aber wird internes Lohndumping betrieben, zu Lasten derjenigen, für die keine Gewerkschaft kämpft, denen Tarifautonomie und Prinzipienreiterei nicht hilft. Bei aller gebotenen Zurückhaltung des Staates, sich nicht in die Angelegenheiten der Tarifvertragsparteien einzumischen, hat er eben dort, wo sie nicht funktioniert, die Verpflichtung, schützend einzuschreiten. Ich denke, die Zeit dafür ist reif.

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    Würde contra Selbstbestimmung

    die statistisch gefährlichsten Tätigkeiten sind:
    Motorradfahren, Skaten, Shoppen, sowie
    Wandern in den Bergen, Angeln und Stricken !
    Wir dürfen Steuern zahlen, unser Land verteidigen, sogar haarsträubend gefährliche Tätigkeiten unternehmen, aber auch superschnelles Autofahren oder Zeitunglesen am Steuer, gefährlich, erlaubt. Wir dürfen uns mit allen legalen Mitteln ins eigene Unglück stürzen, Rauchen, Alkohol trinken, Transplantationen verweigern, unser Leben so indirekt verkürzen, nicht selten dabei auch andere unglücklich machen auch wenn die absehbaren Folgen erkennbar nicht von uns selbst getragen werden. Alles erlaubt. Nur eines dürfen wir nicht: sterben wann und wie wir es wollen.

    Nicht daß mich die Sucht nach dem eigenen Tode quält, beileibe nicht, aber mich stört, daß wer seinem Leben ein Ende setzen will, sich vor Züge werfen, die Pulsadern der Länge nach aufschneiden, am Seil aufknüpfen oder von der Brücke springen muß. Nicht nur daß das alles andere als würdevoll für diejenigen ist, die damit unfreiwillig zu tun bekommen (Zugführer, Polizisten, Notärzte usw.) - nur gewaltsam ihr Selbstbestimmungsrecht wahrnehmen zu können ist würdelos für Menschen, die nichts anderes wollen als ihr vermeindliches Recht in Anspruch zu nehmen, zu tun was sie eben tun wollen. Sich selbst zu bestimmen. Eben einen würdevollen, selbstbestimmten und vor allem humanen, friedlichen, gewaltfreien Tod zu sterben. Und zwar wann und wie sie es wollen.

    In unserer Demokratie, so heißt es, kann jeder tun was er will, solange er die Rechte Dritter nicht verletzt. Nur fürs Sterben gilt das nicht. Ich finde es würdelos, daß dem angeblich so selbstverantwortlichen Bürger dieses Recht genommen wird. Und ich finds absurd, daß die Befürworter dieser Regelung ausgerechnet von der Würde des Menschen faseln; eben jenes Menschen, dem sie einfach so bestreiten, einen wesentlichen Bestandteil seiner menschlichen Würde, das Selbstbestimmungsrecht, wahrzunehmen.

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    politisch unkorrektes

    Man mag über Eva Herrmann urteilen wie man will (die meisten urteilen über sie ohne sie gelesen zu haben), mit einer Aussage hat sie recht: Was das Frauenbild anbelangt kann man beiden diktatorischen deutschen Regimen des vergangenen Jahrhunderts jedenfalls nicht vorwerfen, für die demographisch katastrophale Lage der efrauzipierten Bundesrepublik unserer Tage verantwortlich zu sein. Im Gegensatz zur 68er Generation. In der DDR wurde das Kinderkriegen gefördert als schlichte Notwendigkeit, die 'Diktatur der Arbeiterklasse' am Leben zu erhalten, auch wenn dazu Einmauerung, Schiessbefehl und Indoktrination der Jugend nötig waren; vorbildlich nennen dieses Frauenbild heute einige. Über das der Nazis ist alles gesagt was zu sagen ist.

    Eine Gesellschaft, die die Selbstverwirklichung des Individuums über die faktischen Notwendigkeiten stellt (z.B. den Generationenvertrag), sägt den Ast ab auf dem sie sitzt. Das öffentlich zu propagieren ist nicht politisch korrekt. Unbequeme Wahrheiten hält die 'tolerante' Gesellschaft diesseits der Jahrtausendwende immer noch nicht aus. Kein Wunder, sie heißen unbequem, weil sie unbequem sind, und wer will das schon?! Nichtsdestoweniger sind es Wahrheiten. Nur öffentlich aussprechen ist nicht opportun, nicht wahr, Frau Herrmann?!

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    unter den Brücken von Bonn

    Ich hatte diesertage unter einer Bonner Brücke vor einem Wolkenbruch Schutz gesucht und aus lauter Langeweile begann ich, Autositze zu zählen. Andere Leute zählen Schäfchen, ich zähle Autositze. Genauer gesagt besetzte und leere Autositze. Ich sage Euch: hochinteressant! Nur gut ein Viertel aller Viersitzer war mit 2 Personen besetzt, die Quote der mit mehr Personen besetzten PKWs verliert sich in der Marginalität. Etwa jedes 10. Auto war ein Zweisitzer, davon war aber ungefähr die Hälfte voll besetzt! Fürs Protokoll: Wir schreiben Sommer 2007, die Klimapanik ist leicht abgeklungen und der Liter Super kostet heute 1,44.9 Euro. Frage: In einer guterschlossenen Stadt wie Bonn - warum fahren immernoch knapp zweidrittel aller Autositze unbesetzt durch die Gegend? Ich bin dafür, den Spritpreis zu verdoppeln...

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    Kindheitserinnerungen

    Zusammenarbeit zwischen SAR-Helikopter und einem Rettungskreuzer

    Konto 8901515000 bei der
    OLB Norderney, BLZ 28321816

    Bernhard Gruben vor Norderney

    Bei uns zu hause, auf Norderney, sind die Retter der DGzRS, der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, stehts präsent. Seit ich denken kann lag die Otto Schülke im Hafen, wurden Geschichten von Geburten auf dem Weg zum Festlandskrankenhaus erzählt und standen die kleinen Sammelschiffchen überall, beim Bäcker, beim Schlachter auf der Theke. Als Kind sind wir an den Werbetagen mit Heften, Stickern, Aufklebern durch die Stadt gezogen und haben jeden Touristen angesprochen. Wir hatten das richtig perfektioniert: Ging das Material aus brachte meine Schwester neues mit dem Fahrrad nach, so daß ich nicht zum Rettungsschuppen zurück musste wie die anderen Sammelkids. So konnte ich immer ‚frische' Spender ansprechen je weiter der Tag ins Land zog, hatte jedes Mal ein Ergebnis unter den ersten 10. Abends saßen die Ehrenamtlichen dann bei meinem Vater in der Bank und zählten die Büchsen aus - die hat nämlich eine Kleingeldzähl- und eine Roll-maschine, damals war das etwas Besonderes.

    Als Dank luden uns die Retter immer zu einer ‚Fahrt in See' ein, wir kauerten auf dem Vorschiff und Käptn Rass liess es im Riffgatt so richtig schaukeln, hui, war uns danach schlecht! Aber nur solange bis wir wieder festen Boden unter die Füße bekamen. Nee, für uns war ‚der Job' nix. Wer einmal von Land aus einen Kreuzer im Sturm hat auslaufen sehen, weiß, wo das gesammelte Geld geblieben ist: Es ist mehr als gut angelegt. Ich bin selbst Segler und es ist ein sehr sehr gutes Gefühl zu wissen, wenn wirklich mal etwas schief gehen sollte: die kommen! Ich finde, daß die, die sich freiwillig in den Hexenkessel eines Nordseeorkans begeben, weil Menschen "dor buten" in Not sind, die sollten wenigstens das Beste Material haben das es für Geld zu kaufen gibt.

    Und noch etwas: Es funktioniert! Ganz ohne Zuschüsse vom Staat. Nur weil sich die Menschen an der Küste ihrer Verantwortung bewusst sind. Zivilcourage, Bürgersinn, wie immer man das nennen will: da ist Arbeit - hol fast!

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    Zum Valentinstag

    Marlene Dietrich und später Hildegard Knef sangen in den 30er Jahren Die Männer sind alle Verbrecher, recht hatten sie. Auch wenn der Gassenhauer von einem Mann geschrieben wurde, egal. Hat eigentlich irgendjemand schon den passenden Song auf die Frauen geschrieben?

    Euch bedient man mit Filmen, in die ein Mann freiwillig nie gehen würde (es sei denn, er hat etwas bei der Frau gutzumachen). Wenn wir Männer uns in Titanic oder Chocolat wiederfinden, uns versehentlich umgucken und unser Blick dabei auf unsere Sitznachbarin fällt, dann sehen wir verwundert ein Blinken, ein Funkeln in euren Augen, und während ihr euch fasziniert in unsere Arme kuschelt stellen wir mit Verwunderung fest, daß euch keineswegs die technische Umsetzung des Untergangs fasziniert oder die Kälte des smaragdgrünen Seewassers frösteln läßt, sondern daß ihr die Looser, die Individualisten, die Nichtshaber dieser Welt begehrt. Auf der Straße würdet ihr euch weder nach Leonardo oder Johnny noch nach Jack Dawson oder Roux umdrehen - im Film dagegen sind die, die nicht mehr als einen Zeichenblock oder ein Schiffswrack ihr eigen nennen, die Helden, die ihr vergöttert.

    Wenn euch im richtigen Leben einer begegnet, der auf Konventionen pfeift, Kinder zum Lachen bringt, dem Geld nicht wichtig ist, der offenbar nichts als seine gute Laune hat und dem egal ist, was andere von ihm denken, darauf fahrt ihr ab, klar. Solange bis ihr ihn im Bett und in Sicherheit vor den anderen Hyänen der weiblichen Welt habt. Man kann sich als Mann gar nicht so schnell auf die Zunge beissen als daß uns entfahren ist 'Ich liebe dich', denn genau das ist der Zeitpunkt, an denen ihr Frauen auf Individualismus, Nonkonformität, Phantasie usw. pfeifft. Dann macht ihr aus uns was ihr wirkllich wollt: Eigenheimbesitzer, Karrieristen, Apfelbäumchenpflanzer, Krawattenträger, Lebensversicherungs- & Bausparvertragssparer und vorzeigbare Väter. Nicht Juliet Binoche zieht zu Johnny aufs Boot, sondern er kommt brav am Ende des Films dahin, was fortan sein Zuhause sein soll - und die Welt ist für euch in Ordnung, so muß es sein, wie schön.

    Ihr begehrt und liebt uns solange wir Ecken und Kanten haben. Sobald ihr glaubt, ihr dürftet ungestraft daran schmirgeln, langt ihr zur Feile bis ihr uns schön rund habt. Und dann, dann sind wir uninteressant für euch: Alltag, Langeweile, Gewöhnung. Ihr seid nichts besser als wir, nur traut sich niemand, das passende Pendant zu Walter Kollos Chanson zu schreiben: Die Frauen sind alle Heuchler... Respektive -innen. Ist doch so!
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    ganz besondere Links

    Eigentlich halte ich ja nichts von Link-Sammlungen, aber diese fand ich doch sehr sehr beguckenswert:

    Schonmal was von Plattentektonik gehört? Das ist die Theorie, die beschreibt, wie die Kontinente auf der Erdoberfläche herumschwimmen, an einer Bruchzone aus dem Boden wachsen und woanders wieder versinken. Alles Unsinn? Ein sehr einleuchtende Theorie geht von der Erdexpansion aus, und Neil Adams hat dazu ein paar spannende Filme gebastelt.

    Einsteins Relativitätstheorie postuliert, daß nichts schneller als das Licht sein darf. Ein paar spannende Versuche scheinen das Gegenteil zu beweisen: kann man mit dem Tunneleffekt zumindest Informationen schneller als das Licht übertragen?

    Kann man Gravitation beeinflussen? Vielleicht gibt es sie doch, die AntiGravitation, Eugen Podkletnov behauptet zumindest sowas (zu John Schnurers Experiment).

    Die Welt wird wärmer, das ist unstrittig, aber im Moment ist sie nicht wärmer als in vielen Warmzeiten vor uns. Und in der Atmosphäre steigt der CO2-Gehalt auf kaum gekannte Größen. Aber ist diese CO2-Zunahme wirklich menschengemacht? Und ist es wirklich der Treibhauseffekt, der zu der Erderwärmung führt oder zeichnet da eher die Aktivität der Sonne für verantwortlich? Handelt es sich bei der ganzen Klimapanik möglicherweise um einen großangelegten Schwindel? Fragen über Fragen - und ein paar Antworten...

    Schonmal was von Kalter Fusion gehört? Könnte auch mal interessant werden...

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    die G8-looser

    Alle sind sie Gewinner: Die Polizei hat einen reibungslosen Ablauf des Gipfels gewährleistet, die Bundeskanzlerin hat einen halbsonichtssagend wie unverbindlichen Abschlußtext hinbekommen und der schwarze Block feiert sich und die Randale in Rostock. Die einzigen, von denen man in den Medien kaum was gesehen hat waren die echten Anti-G8-Demonstranten. Gesehen haben wir sie, wie sie sich einen Dreck um Recht, Gesetz und Demokratie geschert haben, wie sie von Polizisten von einer Straße geklaubt wurden über die offenbar eh niemand fahren wollte, wie sie der Polizei die Schuld an der Randale kunstvoll in die Schuhe zu schieben versuchten, wie sie gedanken- und rücksichtslos die Felder der umliegenden Bauern umpflügten. Der kopfschüttelnde Bürger fragt sich aber nach all dem: was wollten die eigentlich wirklich? Wofür sind die sog. friedlichen Demonstranten, oder sind sie etwa nur einfach 'dagegen'? Die Störversuche bei G8-Gipfeln oder beim WWF in Davos könnte man lächerlich nennen wenn sie nicht ein erschreckendes Maß an fehlendem Unrechtsbewußtsein für das, was da im Namen des Globalisierungsprotests verbrochen wird, offenbaren würden. Das eigentliche Anliegen bleibt dabei auf der Strecke, die Botschaft wird diskreditiert. Wann begreifen die Gutmenschen endlich, daß Straßenblockaden und Polizei-fang-mich Vorstufen der Gewalt und damit ihrer Sache kaum zweckdienlich sind? Daß die Menschen an den Bildschirmen niemanden ernst nehmen, der nicht besseres glaubt tun zu müssen, als Polizeihundertschaften zu beschäftigen?

    Oder ist gar die alljährliche Auseinandersetzung mit der Polizei die Absicht? Dann stellt sich mir die Frage: Wofür sind diese Leute denn eigentlich?

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    wie mache ich meinen Computer sicher(er)?

    Dietage bat mich jemand, ein paar Tips auszuteilen, wie er seinen Rechner sicher machen könne. Daraus entstand ein locker-flockiger Artikel, den ich gern zur allgemeinen Kenntnis als pdf freigebe, möge er helfen.

    kann mir jemand mal erklären...

  • ... warum es so schwierig ist, jemanden zu finden, der Rasen mäht oder mal einkauft? Ein Obdachloser, dem ich leichte Gartenarbeit anbot, drohte mir Schläge an. Eine Annonce blieb auch erfolglos.

  • ... warum Politiker davon faseln, daß Deutschlands einziger Rohstoff die Bildung sei, gleichzeitig aber Studiengebühren eingeführt werden? Können wir es uns denn leisten, daß auch nur ein intelligenter Kopf deswegen nicht studiert?

  • ... warum viele junge Frauen diese Saison kniehohe, nicht selten sogar überkniehohe Lederstiefel tragen, für die sie im Jahr zuvor lieber die Vorderzähne hergegeben hätten als solche 'Objekte des Hurentums' zu tragen?

  • Und warum Ihr ausgerechnet im kalten Winter Miniröcke hervorkramt?

  • ... warum so wenige Schulen überfallen werden, wenn es doch angeblich gut 400.000 Killerspieler in Deutschland geben soll?

  • ... warum an christlichen hohen Feiertagen wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten im Fernsehen gemordet, gemeuchelt, abgeschlachtet wird wie werktags selten?

  • ... warum so heiß über ein Verbot von Raucherwerbung diskutiert wird? Glaubt denn wirklich noch jemand, das würde Menschen von ihrem Laster kurieren?

    Stand 9/13 weist G**gle 518.000 (!!) Fundstellen aus; brrr....
  • ... warum Menschen sich gegenseitig weh tun müssen: 'die Gallerie wird downgeloaded und die Homepage geupdatet' oder 'das ist scheinbar der Hacken an der Sache' - huh, das tut weh...

  • ... warum all und jedes Unternehmen, Zeitung, Verwaltung in den Moloch Berlin zieht, dorthin, wo die Mitarbeiter über schlechte Verkehrsanbindung und hohe Mietpreise schimpfen - und der Rest der Republik in der Provinzialität zu versinken droht?

  • ... warum Stoßstangen lackiert sein müssen, an denen man jeden Anstoßer sieht?

    Ich verstehs einfach nicht...

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    Sie sind arbeitslos? Selbst schuld.

    Warum kaufen Sie auch Ihre Schuhe bei ALDI, die Jeans billig bei Strauss&Co. und Ihr Auto wurde auch nicht in Deutschland zusammen gebastelt? Was glauben Sie, wo die Dinge produziert werden? "Wer von Ihnen macht Online-Banking?" fragte unlängst der Chef der Drogeriekette DM Götz Werner in einer Veranstaltung. 70% der Zuhörer zeigten auf - alles Arbeitsplatzvernichter (BusinessNews vom 14.5.07).

    Interssant sein Buch Einkommen für alle, das die Idee des Bürgergeldes aufgreift - und: finanzierbar sei es auch. Nur ein Traum?


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